Woran Sie merken, dass Sie ihre Kinder überbehüten

von Tamara Rajakariar - ins Deutsche übertragen von Simone Rüssel
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Als ich letzte Woche mit der Schwägerin meines Verlobten darüber sprach, wie es ist, Kinder zu haben, machte sie eine interessante Bemerkung: die größte Veränderung sei nicht unbedingt die Tatsache, Kinder zu haben, sondern dass man sich Sorgen um sie macht. Wie wahr das klingt! Manchmal bin ich verärgert über die Mütter, die bei allem, was sie tun, ihre Babys bei sich tragen, nur um sie – vielleicht unterbewusst – vor allen Gefahren zu schützen.

Was mich zum Thema Überbehütung bringt: denn, liebe Eltern, das gibt es – zumindest laut einem Artikel von Mihiri Udabage.

Und ich stimme dem zu! Wie so oft, sind sich Eltern gar nicht darüber bewusst, dass sie es tun. Aber Eltern sollten sich vor allen Extremen hüten und bemüht sein, eine gesunde Balance zu finden, zwischen Kinder anleiten einerseits und freier Entfaltung andererseits.

Laut diesem Artikel verfallen Mütter und Väter aus Angst in die Überbehütung (und mal ehrlich, die schlechtesten Entscheidungen trifft man aus einem Gefühl der Angst heraus). Wie Dr. Wendy Mogel, Klinische Psychologin und Autorin sagt: „Die Eltern heutzutage haben entweder Angst um ihre Kinder oder Angst vor ihren Kindern.“ Dr. Wendy hat 10 Anzeichen für Überbehütung herausgearbeitet und Tipps, wie man damit umgehen kann. Ich nenne hier nur einige von ihnen:

Sie finden es schwer „nein“ zu sagen

Diese Spielzeuge im Supermarkt, jener McDonald`s auf dem Heimweg, sie wollen jetzt zu Abend essen und nicht später... Ich glaube viele Eltern finden es schwierig „nein“ zu diesen Dingen zu sagen. Manchmal, weil es einfacher ist nachzugeben; aber ich glaube oft liegt es daran, dass die Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder negative Erfahrungen machen müssen. Stimmt, solche Erfahrungen sind nicht lustig, aber wir alle müssen lernen gut damit umzugehen. Stellen Sie sich vor, Sie wären ihre ganze Kindheit hindurch vor ihnen bewahrt worden und plötzlich werden Sie mit der harten Realität konfrontiert. Das wäre noch viel weniger lustig!

Sie tun alles für ihr Kind

Füttern, Schultasche tragen, ständig hinter ihnen herputzen – sagen wir es mal so, auf diese Art und Weise werden Kinder nie gute Gewohnheiten entwickeln. Ab einem gewissen Alter ließ uns meine Mutter unsere Wäsche selber waschen, wir haben unsere Betten gemacht, unsere Zimmer sauber gehalten und uns selbst angezogen, sobald wir das konnten. Das war nicht immer perfekt (ja, es gab eine Menge rosa-gefärbte Wäsche), aber so haben wir es gelernt. Als Kind mag ich darüber gemurrt haben, aber jetzt bin ich froh, dass ich es gelernt habe!

Sie lassen zu, dass ihr Kind schnell aufgibt

Instrumentalunterricht erfordert Übung, Ballsportarten ausüben heißt samstags früh aufstehen und es dauert eben auch mal länger als zwei Minuten, um einen Satz mit einem schwierigen Wort richtig zu schreiben. Das heißt nicht, dass Sie das für ihr Kind tun sollen oder ihm immer aus der Patsche helfen müssen – all das würde nur dazu führen, dass das Kind faul wird und nur lernt, wie man aufgibt, sobald es schwierig wird. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen ein Kind auch eine Tätigkeit aufgeben kann, aber es lohnt sich im allgemeinen in Tugenden wie Arbeitsamkeit und Ausdauer zu wachsen!

Sie erwarten Perfektion

Egal, ob es für Sie schwierig ist zu akzeptieren, dass Ihr Kind kein Tor geschossen hat, oder es nur 98 von 100 Punkten erreicht hat und sie es fragen, warum es die anderen 2 Punkte nicht auch erreicht hat, es ist nicht fair oder realistisch, von ihrem Kind zu erwarten, dass es perfekt ist. Es kann sein, dass es ihr Kind hart trifft, wenn es nur nach dem Endergebnis beurteilt wird, aber manchmal passiert es Eltern eben. Zum einen kann es sein, dass Sie sich zu sehr auf das Ergebnis konzentrieren und zu wenig auf den Prozess – aber Sie sollten ihren Kindern zu verstehen geben, dass Sie stolz auf ihr Kind sind, wenn es sein Bestes gegeben hat. Der andere Grund könnte darin liegen, dass Sie Ihr Kind zu sehr mit anderen vergleichen oder die Leistungen der Kinder als Wertmaßstab für sich selbst ansehen. Wie wir alle wissen, ist das sehr schädlich. Jedes Kind ist einzigartig und verdient es, vorbehaltlos und bedingungslos geliebt und dazu ermutigt zu werden, ihr Bestes zu geben.