Durch die Wüste - Fastenzeit

Unsere „westlichen“ Gesellschaften sind infolge fortgeschrittener Säkularisierung weithin materialistisch und „religiös unmusikalisch“ geworden. Spiritualität gibt es in dieser philosophisch eindimensionalen Kultur fast nur noch in streng formalisierten gesellschaftlichen Zusammenhängen – wie z.B. Gedenkfeiern nach Unglücken oder Attentaten – und auch dort immer häufiger in verwässerten, dem Zeitgeist angepassten Schwundformen.

Wo ist Liebe zu finden?

Vielleicht beim diesjährigen Weltjugendtag in Polen? - Millionen junger Menschen in der ganzen Welt bereiten sich auf die Teilnahme am Weltjugendtag 2016 (26. – 31.7.)in Krakau, Polen vor, um ihre Beziehung zu Gott, zur Kirche und untereinander zu festigen. Die Popularität dieser Tage zeigt, wie wichtig diese Beziehungen für viele sind. Doch immer noch lassen die westliche akademische Welt und die Gesellschaft erkennen, dass nicht jeder einen Sinn darin sieht.

Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (9)

8. bis 14. Station - In fast jeder katholischen Kirche findet man - meist umlaufend an den Wänden des Hauptschiffes - vierzehn „Kreuzwegstationen“, jeweils mit Bildern, die den Weg Jesu Christi von seiner Verurteilung bis zur Hinrichtungsstätte Golgotha in einzelnen Episoden darstellen. Zuweilen werden diese Bilder als bloße Ausschmückung des Kirchenraumes missverstanden. In Wahrheit zeugen sie von einer wunderbaren meditativen christlichen Tradition, die vor allem in der Fastenzeit vor Ostern überaus lebendig ist.

Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (8)

7. Station: Krokodilstränen - Am Wegesrand, am Kreuzweg Christi, warten weinende Frauen. Sind es bestellte Klageweiber? Aber wer hätte sie für diesen Anlass bestellen sollen? Sind es Frauen aus dem Jüngerkreis Jesu? Davon steht zumindest hier nichts. Oder zufällige Zeuginnen des grausamen Geschehens, die vom Anblick überwältigt spontan in Weinen und Klagerufe ausbrechen?

Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (7)

6. Station: Ein Bild des Leidens - Eine traditionelle Kreuzwegstation, die in der christlichen Ikonographie von jeher recht beliebt war, zeigt noch eine Frau am Rande des Weges, die sich Jesus zuwendet und ihm für einen kurzen Moment Linderung verschafft. Ob es sich so zugetragen hat und ob ihr Name wirklich Veronika war, oder ob dieser Name aus einem sprachlichen Missverständnis stammt (13) muss hier nicht erörtert werden und spielt letztlich keine große Rolle.

Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (6)

5. Station: Vom Guten im Schlechten - Im Neuen Testament wird berichtet, dass die Soldaten, die Jesus zur Hinrichtungsstätte trieben, einen vom Felde kommenden Mann, Simon von Cyrene, zwangen, dem entkräfteten Jesus das Kreuz zu tragen. Sie taten das vermutlich nicht aus Mitleid und Rücksicht auf ihr geschundenes Opfer, sondern eher aus Eigennutz; die Sache sollte schließlich nicht unnötig lange dauern, und sie selbst hatten keinesfalls Lust, das Kreuz zu schleppen, falls Jesus nicht mehr weiter könnte.

Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (5)

4. Station: Ein Lichtblick - Dass Jesus auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte seiner Mutter Maria begegnete, wird zwar im Neuen Testament nicht ausdrücklich erwähnt; da Marias Anwesenheit unter dem Kreuz aber eindeutig bezeugt ist, kommt dieser Begegnung doch große Wahrscheinlichkeit zu. Hätte sie die Gelegenheit etwa ungenutzt gelassen?

Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (4)

3. Station: Untragbar - Im traditionellen Kreuzweg gibt es gleich drei Stationen, an denen betrachtet wird, wie Jesus unter der Last des Kreuzes zusammenbricht. Das ist zunächst auf furchtbare Weise realistisch: Nach einer barbarischen Folterung durch Auspeitschen (manche Opfer starben schon dabei) wurde dem Verurteilten das Hinrichtungsinstrument aufgeladen (11), an dem er qualvoll sterben sollte.

Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (3)

2. Station: Kurzer Prozess - In der traditionellen Fassung ist dies die erste Station des Kreuzwegs. Der Weg zur Hinrichtungsstätte beginnt gewiss im Gerichtssaal, oder was immer an seiner Stelle stehen mag. Das ist eine grausame und leider noch immer allzu präsente Erfahrung. Willkürjustiz, Rechtsbeugung, Missbrauch staatlicher Macht - fast jede Ausgabe einer Tageszeitung bringt dafür Beispiele.

Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (2)

1. Station: Nichts Menschliches ist ihm fremd - Von dem berühmten Garten Getsemani hat man noch heute einen guten Blick auf Jerusalem; es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass Jesus dort mit seinen Jüngern häufig und gern gewesen ist - ein schattiger und schön grüner Platz in einem heißen und trockenen Land.

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