Feminisierung des Bildungswesens

Feminisierung des Bildungswesens
Seit den PISA-Untersuchungen darf man es laut sagen: In unserem Bildungswesen sind die Jungen stark benachteiligt, sie schneiden eklatant schlechter ab als die Mädchen, wie die geschlechterspezifische Untersuchung der Ergebnisse nicht nur für Deutschland bestätigt hat.
Weitere Daten haben inzwischen Focus, Geo und Spiegel dazu geführt, über die Benachteiligung der Jungen lange Artikel zu schreiben und die Fakten aufzulisten:
Mehr als 55 %der Abiturienten sind inzwischen weiblich; Tendenz steigend. Die Haupt- und Sonderschulen werden hingegen schon fast von 2/3 Jungen besucht; ebenso groß ist der Anteil der Jungen an den Schulabbrechern und uneinholbar vorne liegen die Jungen mit jeweils um die 90 % bei Legasthenie, dem ADHS (Zappel-Phillipp)-Syndrom, den verhaltensgestörten und jugendkriminell werdenden Schülern. Kurzum: je höher das Bildungsniveau, umso weniger Jungen sind noch im Spiel.
Diese Erkenntnisse müssten nicht neu sein, wäre nicht die Pädagogik der letzten 30 Jahre zunehmend in feministische Hand geraten, die kein Interesse an der Aufdeckung solcher „Verschlusssachen“ hat. Vielmehr bleibt der Blick auf diese Realität bei jenen verstellt, die alles durch die Brille eines feministischen Dogmatismus sehen, der als „Gender-Mainstreaming“ die Benachteiligung der Mädchen in unserer Gesellschaft weiterhin beklagt.
Finanziell geförderte Programme, wie „Mädchen in Männerberufe“, „Mädchenförderung in den Naturwissenschaften und neuen Technologien“, „Girls Day“ etc. sind die staatliche Reaktion auf diese starke Lobby. Das „political korrekte“ Bewusstsein in der Bevölkerung geht davon aus, dass das „schwache Geschlecht“ immer noch entscheidend benachteiligt wird.
Die „Gender-Philosophie“ verordnete eine Ausrichtung der gesamten Erziehung und Bildung am Leitbild der Frau. Jungen werden in der Schule auf weibliche Verhaltensmuster festgelegt: In der Schule wird ihrem vermehrten Bewegungsdrang nicht durch zusätzliche sportliche Betätigung Rechnung getragen; Wettkämpfe sind verpönt; ihrem größeren Interesse in den Sprachen an Sachtexten wird nicht nachgekommen; ihr Entdeckerdrang in den Naturwissenschaften nicht genügend gefördert. Dafür wird es als Erfolg gefeiert, wenn sich Jungen zu Kochkursen anmelden; zu Hause mit Puppen statt mit Autos spielen, sich für Hausarbeit begeistern.
Zwar kann man sich den Erkenntnissen der neueren Hirnforschung, dass Jungen und Mädchen von Natur aus verschieden sind, nicht ganz verschließen, aber man sperrt sich dagegen, daraus für die Bildung der Jungen Konsequenzen zu ziehen: nämlich ihren anderen Interessen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Vorlieben mit anderen Lernmethoden zu begegnen als jenen, die an dem Verhalten der Mädchen Maß nehmen. Viele Eltern und Lehrer machen wider besseres Wissen dabei mit, weil ein mädchenhaftes Verhalten „pflegeleichter“ ist, als sich mit Kraft erprobenden Muskelmännern auseinandersetzen zu müssen.
Auch in der Grundschule fehlen den Jungen meist männliche Identifikationsfiguren für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. In unserer Gesellschaft wachsen inzwischen ein Drittel der Jungen in „Restfamilien“ ohne Vater auf; in vielen weiteren Familien tritt der Vater nicht als Erzieher auf. In den Kindergärten begegnet der Junge nur weiblichem Betreuungspersonal. Erst in den weiterführenden Schulen kommen in einem ausgeglicheneren Verhältnis Männer vor, allerdings wieder viel weniger in den Sprachen als in den naturwissenschaftlichen Fächern. So bleibt die Sprachvermittlung eine weibliche Domäne und die Jungen bleiben benachteiligt.
In der Analyse dieser Situation stimmen immer mehr Forscher und Praktiker überein. Aber Konsequenzen daraus zu ziehen wird wie ein Tabubruch in unserer Gesellschaft angesehen. Es hat sich zwar gezeigt, dass nach Geschlechtern getrennter Unterricht in bestimmten Jahrgangsstufen, vor allem während der Pubertät, zu erheblich besseren Leistungen führt, sowohl für die Jungen in den Sprachen als auch für die Mädchen in den Naturwissenschaften. Aber die so genannte reflexive Koedukation, die diese Trennung befürwortet, nimmt wiederum nur die Mädchen und ihre Förderung in den Naturwissenschaften zum Ausgangspunkt solcher Überlegungen.
In Australien hat eine Studie an mehr als 200.000 Schülern gezeigt, dass die Trennung nach Geschlechtern im Unterricht eine Leistungssteigerung von 15-20 % mit sich brachte. In England sind die besten Schulen immer noch Jungen- bzw. Mädchenschulen. In den USA wird jetzt auch für die staatlichen Schulen ein Förderprogramm für Jungen- bzw. Mädchenschulen aufgelegt. In Deutschland wird das Angebot einer Jungenschule als Alternative zu den koedukativen Schulen als ein Rückschritt in eine überholte Vergangenheit, als Festschreibung überkommener Rollenmuster angesehen.
Jungenschulen sind nicht das Allheilmittel; aber es müssen Wege gefunden werden, den Jungen in der Grundschule mehr männliches Lehrpersonal zu bieten (auch durch eine bessere Bezahlung), die Pädagogik von ihrer Feminismus-Lastigkeit zu befreien, den Jungen in seiner Eigenständigkeit zu begreifen, in seinem Anderssein zu respektieren und zu fördern und ihn nicht an einem Mädchen-Ideal zu messen. Nur so wird man den Jungen gerecht werden können, ihre spezifischen Fähigkeiten fördern und dazu beitragen, dass sich unsere Gesellschaft es nicht weiter leistet, durch die Benachteiligung von Jungen in der Bildung wertvolle Ressourcen zu verspielen.
Taxonomy upgrade extras: