Serie: Über Mann und Frau (4)

 Über Mann und Frau (4)
Die christlichen Eheleute sind berufen, lebendige Zeichen der Liebe Christi und der Kirche zu sein. Insbesondere sind sie aufgefordert, ihre Beziehung von Begierde und der Tendenz, den anderen beherrschen zu wollen, zu befreien.
Das vollständige Dokument ist bei der Deutschen Bischofskonferenz in der Reihe "Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls" Nr. 166 erschienen. Sie können es sich als pdf-Datei hier herunterladen. >Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt.

(Kommentare kursiv, Dokument normaler Text)
Im folgenden wird die lange und geduldige Pädagogik Gottes mit dem Volk Israel, das als „Braut Gottes“ mit Gott in Beziehung tritt, geschildert, bis hin zur Erlösungstat Jesu Christi.
10. Im Neuen Testament gehen alle diese Verheißungen in Erfüllung. Auf der einen Seite umfasst und verwandelt Maria, die auserwählte Tochter Zions, als Frau das Brautsein des Volkes Israel, das auf den Tag seines Heils wartet. Auf der anderen Seite kann man im Mannsein des Sohnes erkennen, wie Jesus in seiner Person all das aufnimmt, was der alttestamentliche Symbolismus auf die Liebe Gottes zu seinem Volk angewandt hatte, die als die Liebe eines Bräutigams zu seiner Braut beschrieben wird. Jesus und Maria, seine Mutter, sichern so nicht nur die Kontinuität des Alten Testaments mit dem Neuen, sondern ragen darüber hinaus, weil mit Jesus Christus „die ganze Neuheit“ sichtbar wird, wie der heilige Irenäus sagt. Dieser Aspekt wird besonders durch das Johannesevangelium herausgestrichen. Bei der Hochzeit in Kana zum Beispiel wird Jesus von seiner Mutter – die „Frau“ genannt wird – gebeten, für das Zeichen des neuen Weines der zukünftigen Hochzeit mit der Menschheit zu sorgen (vgl. Joh 2,1-12). Diese messianische Hochzeit verwirklicht sich unter dem Kreuz, wo – wieder in Gegenwart der Mutter, die als „Frau“ angesprochen wird – aus dem geöffneten Herzen des Gekreuzigten das Blut/der Wein des Neuen Bundes strömt (vgl. Joh 19,25-27.34).
Erst die Versöhnung in Christus mit Gott befähigt den Menschen zu einer neuen Beziehung zu Gott und damit auch zum Menschen.
11. Die christlichen Eheleute, die in das Paschamysterium eingetaucht und zu lebendigen Zeichen der Liebe Christi und der Kirche gemacht wurden, sind in ihrem Herzen erneuert. Sie können die Beziehungen meiden, die von der Begierde und der Tendenz, den anderen zu beherrschen, geprägt sind, welche der Bruch mit Gott durch die Sünde im ersten Menschenpaar hinterlassen hatte. Die Güte der Liebe, nach der sich das verwundete menschliche Herz immerfort gesehnt hatte, offenbart sich durch sie mit neuen Akzenten und Möglichkeiten. In diesem Licht kann Jesus im Zusammenhang mit der Frage nach der Scheidung (vgl. Mt 19,3-9) an die Forderungen des Bundes zwischen Mann und Frau erinnern, wie Gott sie am Anfang stellte, also vor dem Einbruch der Sünde, der die nachfolgenden Anordnungen des mosaischen Gesetzes gerechtfertigt hatte. Dieses Wort Jesu will in keiner Weise eine starre, unbarmherzige Ordnung auferlegen, sondern ist in Wirklichkeit die Ankündigung einer „frohen Botschaft“, der Botschaft der Treue, die stärker ist als die Sünde. In der Kraft der Auferstehung ist der Sieg der Treue über die Schwächen, die erlittenen Verwundungen und die Sünden des Ehepaares möglich. In der Gnade Christi, der ihr Herz erneuert, werden Mann und Frau fähig, sich von der Sünde zu befreien und die Freude der gegenseitigen Hingabe zu erkennen.

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