Die Bibel als Alternative zur Super-Nanny?

Die Bibel als Alternative zur Super-Nanny?
Erziehungsratgeber und Elternkurse sind „in“; elterliche Überforderung auch.
Die Bibel dagegen ist „out“. Oder etwa nicht? Standen etwa die Eltern vor über 2.000 Jahren vor grundsätzlich anderen Aufgaben? Die Bibel taugt als wertvolle Konkurrenz zur „Super-Nanny“.
Eltern brauchen Rat
17 % Einschaltquote bei der RTL-Sendung „Super-Nanny“ offenbaren die ganze Hilflosigkeit der Erziehungsberechtigten. Der Leiter der Shell-Jugendstudie Hurrelmann schätzt, dass 15 % der deutschen Eltern „mit der Erziehung völlig überfordert“ sind. (1)
Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins «Baby und Familie» gaben fast die Hälfte (46,9 Prozent) der bundesdeutschen Väter und Mütter von minderjährigen Kindern an, zumindest manchmal das Gefühl zu haben, der Erziehung ihrer Söhne und Töchter nicht gewachsen zu sein. (2)
Sind Deutschlands Eltern also im Erziehungsnotstand? Die eigene Unsicherheit, was Werte, Traditionen und feste Bindungen angeht, überträgt sich eins zu eins auf die Kinder. Unsichere Eltern vertrauen offenbar weniger ihrer eigenen Intuition als Medien-Gurus. Dabei sind Patentrezepte einer Super-Nanny zwar quotenträchtig, für den Otto-Normalfall jedoch häufig ungeeignet.
Erziehung läuft nicht im Hoppla-Hopp-Verfahren. Erziehung ist Marathon, nicht Kurzstrecke. Und: Kinder erziehen, heißt auch, an sich selbst arbeiten, um gutes Vorbild zu sein.
Neues Testament und Weisheitsbücher mit Erziehungsprinzipien
Was kann hier die Bibel an gutem Rat liefern statt an billigen Patentrezepten? Das Neue Testament und die Weisheitsbücher liefern wertvolle Hinweise:
Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein (…). (Mt 5,37) Erste Faustregel: Seid konsequent und verlässlich, liebe Eltern! Wenn ihr Verbote aussprecht, haltet euch selbst daran und verhängt nachvollziehbare Sanktionen, wenn sich die Kinder nicht daran halten. Und: Wo Vater „ja“ sagt, sollte Mutter nicht „nein“ sagen – und umgekehrt. Sonst lasst ihr euch prima gegeneinander ausspielen. Macht klare und einfache Aussagen, die die Kinder begreifen können. Und bleibt bei eurer Haltung, auch wenn das Kind tobt. Das legt sich schnell wieder, wenn das Toben nicht zum Erfolg führt.
Wer dich bittet, dem gib (…). (Mt 5,42) Wenn eure Kinder ernsthafte Bitten äußern, dann nehmt sie ernst und hört ihnen zu. Schenkt ihnen Zeit und speist sie nicht mit materiellen Geschenken ab. Sie brauchen eure Liebe und Zuneigung, euer Vertrauen und euer offenes Ohr.
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. (Mt 10, 37) Klar sollen wir einander innerhalb der Familie lieben. Aber wir sollen immer Jesus und damit Gott noch mehr lieben. Was heißt das? Im Zweifel erfahre ich von Gott im Gebet, wo´s langgeht. Und das kann ein ganz anderer Weg sein, als der, den PartnerIn oder Kinder gerade von mir erwarten. Das heißt aber auch, dass unsere Kinder ganz andere Wege geführt werden können, als wir es uns für sie vorgestellt haben. Dann heißt es, auf Gott zu vertrauen und unsere eigenen Vorstellungen loszulassen. Gott wird jedes einzelne Familienmitglied führen, wie es Ihm gefällt.
Das Alte Testament hat ebenfalls gute Hinweise parat
Wen der Herr liebt, den züchtigt er, / wie ein Vater seinen Sohn, den er gern hat. (Spr 3,12)Zwar sind die Zeiten körperlicher Züchtigung glücklicherweise vorbei. Der Kerngedanke aber bleibt: Weise deine Kinder zurecht und setze ihnen Grenzen, wenn du sie liebst. Kinder brauchen Grenzsetzungen durch uns Erwachsene. Das zeigt ihnen, dass sie uns als ernstzunehmendes Gegenüber wichtig sind, dass wir sie wahrnehmen mit ihrem Handeln, und dass wir uns um sie sorgen. Kinder müssen erfahren, dass wir die Kapazität besitzen, ihnen zu zeigen, wo es lang geht im Leben. Das schafft Autorität und Vertrauen. Wer sein Kind zurechtweist, sollte ihm vermitteln, warum er das tut, damit es dazulernen kann. Lässige Hand bringt Armut, fleißige Hand macht reich.(Spr 10,4) Lehre deine Kinder Fleiß, Ordnung und sinnvolle Tätigkeiten. Binde sie ein in Haushaltsarbeiten. Das zeigt ihnen, wo ihr Platz in der Familie ist. Es lehrt sie, selbständig leben zu können und bewahrt sie vor dem Abhängigwerden von der Glotze.Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, / eine kränkende Rede reizt zum Zorn. (Spr 15,1)Bleibe deinem zornigen Kind gegenüber gelassen und fair. Sei konsequent und gerecht. Erkläre, was du tust und bleibe dabei. Lass dich nicht reizen, sondern zeig deinem Kind, wer stärker ist. Am besten gelingt das, wenn auch dein Partner mitzieht. Kränke dein Kind nicht; denn achtlos ausgesprochene Kränkungen in der Kindheit können das Selbstbewusstsein des Kindes ein Leben lang beeinträchtigen.Besser ein Gericht Gemüse, wo Liebe herrscht, / als ein gemästeter Ochse und Hass dabei. (Spr 15,17) Besser ein trockenes Stück Brot und Ruhe dabei, / als ein Haus voll Braten und dabei Streit. (Spr 17,1)Koche einfach und gesund, mit Ruhe und Liebe. Vermeide Fast Food, das vergleichsweise teuer und wertlos ist. Verzichte lieber auf große Umstände bei der Zubereitung der Speisen, wenn du dafür mehr Ruhe hast, mit deinen Kindern zu essen und dich zu unterhalten. Nehmt euch Zeit, um gemeinsam zu essen. Streit hat am Tisch nichts zu suchen. Er kann vorher oder hinterher geklärt werden.
Wer diese einfachen Grundsätze einhält und seinen Kindern vorlebt, der kann sich viele Folgen der Super-Nanny ersparen.
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Anmerkungen
(1) www.tagesspiegel.de/weltspiegel/archiv - vom 21.09.2006
(2) www.rundschau-online.de - vom 02.12.2006.
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Kommentare

Danke für diese erfrischende Zusammenstellung von in der Hl.Schrift enthaltenen Erziehungs-und Verhaltenstips für die Familie!
Wir wollen sie uns zu Herzen nehmen.

Carola und Ernst Schneider