Familienvater in Haft wegen Homeschooling

Weil ein Familienvater sich weigerte, seine drei schulpflichtigen Töchter in die Schule zu schicken, wurde er am 18. August in Hamburg in die Untersuchungshaftanstalt Holstenglacis eingeliefert. Damit will die Schulbehörde ein Zeichen gegen das Homeschooling-Modell der Eltern setzen, die ihre insgesamt sechs Kinder von den schädlichen Einflüssen staatlicher Schulen fernhalten möchten.
Wie das "Hamburger Abendblatt" (18.8.06) berichtet, beschäftigt dieser Fall die Justiz seit Jahren.Seit 2003 versuchen der studierte Pädagoge Andrè R. und seine Frau Frauke, eine Kinderarzthelferin, sich gegen die Zwangseinschulung ihrer Kinder zu wehren - jedoch in allen Instanzen bisher erfolglos. Daher wurde die Erzwingungshaft jetzt vollzogen.
André und Frauke R. befürchten einen schlechten Einfluss der Schule auf ihre Kinder und kritisieren die Qualität des staatlichen Unterrichts. Auch eine freie christliche Schule entsprach nicht ihren Vorstellungen. Daher möchten sie ihre Kinder lieber selbst unterrichten.
Sie beißen mit diesen Vorstellungen in Hamburg jedoch auf Granit. Wie ein Schwerverbrecher wurde jetzt der Familienvater von fünf Beamten in seinem Reihenhaus in den Elbvororten abgeholt und zusammen mit mutmaßlichen Drogenhändlern, Mördern und anderen Schwerverbrechern in eine Untersuchungshaftanstalt eingesperrt.
Warum es keine einvernehmliche Lösung mit dem Elternpaar gab, ist unbekannt. Da es nach Schätzungen in Deutschland ein paar Hundert Familien gibt, die aus ähnlichen Motiven ihre Kinder nicht zur Schule schicken wollen, steht hier eventuell eine größere Diskussion an, die durch das Verhalten dieses Elternpaares angestoßen wird.
In den USA und anderen Ländern ist das Homeschooling-Modell durchaus üblich. Eltern dürfen dort ihre Kinder selbst unterrichten, müssen sie aber regelmäßig zu staatlichen Prüfungen schicken, um die Lernfortschritte objektiv überprüfen zu lassen und entsprechende Schulabschlüsse zu erreichen. Hier wird in besonderer Weise das Erziehungsrecht der Eltern gegenüber schädlichen Miterziehern in Schule und Gesellschaft geschützt. Warum sollte das in Deutschland nicht möglich sein?
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Kommentare

Es sollte mittlerweile klar sein, dass Eltern nicht fähig sind ihre Kinder zu erziehen. Nur der Staat kann das. Nur er bildet schließlich Pädagogen aus. Am besten sollte man die Schulplficht zu einer 24-Stunden Schulpflicht machen und sie ab dem ersten Lebensjahr anwenden. Dann sind die armen Kinder endlich vor den grausamen und dummen Eltern geschützt. Dass das funktioniert, sieht man an Kinderheimen. Noch nie ist hier ein Kind an Verwahrlosung gestorben.
Dass Eltern ein Recht auf ihre Kinder haben, ist schon fast abgeschafft, die Regierung muss hier noch den letzten Schritt gehen, dann gehört das Modell Familie endlich der Geschichte an. Und wird ausgetauscht gegen korrekte, uniforme Einheitserziehung. Dann muss die Schule auch nicht mehr mit 1000 verschiedenen Einflüssen fertig werden.
In Amerika funktioniert Homeschooling, ha dass ich nicht lache. Jeder rennt dort mit einer Pistole oder schlimmer herum. Das kommt doch nur durch die Eltern, die Ihre Kinder selber erziehen wollen.
Ausserdem sind das dann die, die auch den Krieg gegen Afghanistan und Irak und Vietnam anfangen.
Homeschooling ist die Seuche, ein radikaler, rücksichtsloser Schulzwang die Endlösung.