Homosexualität verstehen und heilen

Die Einstellung gegenüber der Homosexualität änderte sich in den 70iger Jahren, als im Umfeld einer großen Debatte Homosexualität nicht mehr als Verhaltensstörung, sondern als eine sexuelle Orientierung angesehen wurde, die ebenso legitim sei wie die heterosexuelle. Im Sexualkundeunterricht unserer Schulen wird diese Sichtweise mit allen Mitteln durchgesetzt - wissenschaftliche Ergebnisse, die ein ganz anderes Bild von Homosexualität zeichnen, werden einfach ignoriert. María Gudín erläutert neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über Ursachen der Homosexualität und den Umgang damit (María Gudín ist Fachärztin für Neurologie. Übertragung ins Deutsche von Thomas Mertz)
“Vor wenigen Jahren noch sahen viele in der Homosexualität etwas Anstößiges und reagierten verständnislos. Heutzutage herrscht zwar Akzeptanz, jedoch ohne Verstehen”. Die Worte stammen aus dem Buch Coming Out Straight. Understanding and Healing Homosexuality (Oak Hill Press September 2001) des amerikanischen Psychologen Richard Cohen und verdeutlichen die Absicht des Autors. Cohen blickt aus persönlicher Erfahrung auf die Homosexualität. Nach Jahren homosexueller Aktivität richtete er seine sexuelle Orientierung neu aus und wurde völlig heterosexuell.
Der Autor betrachtet Homosexualität als Symptom einer unterschwelligen Affektivitätsstörung. Von hier aus untersucht er sie methodisch anhand seines eigenen und des Lebens anderer homosexueller Patienten, die den Wunsch hegten, ihre Tendenz zu überwinden, Hilfe suchten und denen es gelang, ihre sexuelle Orientierung neu auszurichten.
Cohen ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Der therapeutische Psychologe leitet eine Internationale Stiftung, die Erziehungsleitfäden zur Heilung der Homosexualität entwickelt sowie diesbezügliche Beratungen und Seminare durchführt.
Eine ideologische Einschätzung
Richard Cohen stellt sich einer Reihe von Mythen, die rund um das Thema Homosexualität als unumstößliche Dogmen existieren: «Es geht um ein recht simples Prinzip, das folgendermaßen funktioniert: Wiederholt man etwas hinreichend lange und ausreichend laut, dann wird es mit der Zeit als Faktum akzeptiert. Einige Beispiele für diese große Lüge, die von Mythen zu unumstößlichen Fakten wurden, lauten: “Homosexuelle werden so geboren”, “Wenn du gay bist, bleibst du immer gay”, “Homosexuelle können nicht anders”, “10 Prozent der Bevölkerung sind homosexuell”».
Die Einstellung gegenüber der Homosexualität änderte sich in den Siebziger Jahren, als im Umfeld einer großen Debatte Homosexualität nicht mehr als Verhaltensstörung, sondern als eine neue sexuelle Orientierung angesehen wurde, die ebenso legitim sei wie die heterosexuelle.
Demzufolge wurde 1973 die Homosexualität aus dem Internationalen Katalog der psychiatrischen Erkrankungen, dem DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders), gestrichen trotz deutlicher Debatten. Bis dahin wurde Homosexualität als eine psychische Störung anerkannt. Die Entscheidung wurde polemisch gefasst und nahm ihren Ausgang beim Kongress der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (APA) in San Francisco, der Stadt also, die sich damit rühmt, die höchste Bevölkerungsdichte an gays in aller Welt zu beherbegen. Bei dieser Gelegenheit wurde das Kongresszentrum von San Francisco, wo die Versammlung der APA stattfand, wortwörtlich von Aktivisten der Gay-Community eingenommen. Sie verhinderten den normalen Sitzungsablauf. Die Beiträge von Psychiatern mit anerkanntem Renommee, die sich der Erforschung und Behandlung der Homosexualität widmeten, wurden boykottiert. Die Wende war dabei noch nicht ganz eindeutig und erlangte lediglich 58 Prozent der Voten. Die Streichung der Homosexualität aus dem Katalog psychischer Erkrankungen war folglich eine erzwungene politische Entscheidung und nicht das Ergebnis einer wissenschaftlichen Analyse.
In den folgenden Jahren wurde die Homosexualität aus der Liste der Erkrankungen der Weltgesundheitsorganisation, 1986 auch die Pädophilie, also die sexuelle Anziehung zu Kindern, gelöscht.
All das führte dazu, dass heutzutage ein großer Bevölkerungsteil Homosexualität als eine natürliche, normale und angeborene Eigenart akzeptiert.
Keine neurologische, keine genetische Anlage
Nun ist die deutlichste Art, eine Theorie zu widerlegen, die Erfahrung. Heutzutage ist bekannt, dass sich Männer und Frauen, die nicht mehr homosexuell sein wollten, ändern konnten, um heterosexuell zu sein. Therapeuten, die bestätigten, befriedigende Ergebnisse bei ihren Behandlungen erhalten zu haben, sind unter anderen: Bieber (1) , Soccaridis (2) , Nicolosi, Hatteter, Gershman (3) , Hadden (4) , Hamilton, Van den Aardweg (5) , Barnhouse, Ellis (6) . Die Mehrzahl dieser Autoren haben ihre Arbeiten vor der Streichung der Homosexualität aus der DSM 1973 publiziert.
Das Buch von Richard Cohen greift aktuelles Zahlenmaterial auf und bezieht die persönliche Erfahrung mit ein. Cohen sichtet die Untersuchungen, die Homosexualität als genetisch bedingt charakterisieren und in denen ein Ausweg aus der Situation als unmöglich erscheint. Die maßgeblichen Studien, die der Homosexualität eine strikt genetische Verbindlichkeit zuweisen sind im wesentlichen drei: der LeVay-, der Baylyie-Pillard- und der Hammer-Bericht; alle drei wurden schließlich von der wissenschaftlichen Gemeinde wegen ihres Mangels an Stringenz als wenig schlüssig zurückgewiesen (siehe Aceprensa 67/99, 45/94, 35/96). Gegenwärtig liegen keine Daten vor, um zu behaupten, Homosexualität sei eine organische Störung auf hormonaler bzw. neurologischer Grundlage.
Richard Cohen sichtet aber nicht bloß die Untersuchungen, die der Homosexualität eine hormonale oder neurologische Basis zuerkennen, sondern vereint auch eine Reihe von Forschungsergebnissen anderen Typs, die klärend dazu beitragen, dass das homosexuelle Verhalten nicht etwas Normales oder Natürliches ist. So weist er unter anderen auf die folgenden hin. Das Kinsey-Institut veröffentlichte eine Studie über homosexuelle Männer, die in San Francisco lebten. Derzufolge hatten 43 Prozent der Untersuchten im Lauf ihres Lebens homosexuelle Beziehungen mit 500 oder mehr Männern. 79 Prozent erklärten, dass sie mehr als die Hälfte ihrer sexuellen Intimi zuvor nicht gekannt haben (7) . Nach einer Umfrage der Amerikanischen Vereinigung für Öffentliche Gesundheit haben 78 Prozent der Homosexuellen an einer sexuell übertragenen Erkrankung gelitten (8) . Und ein Bericht der Nationalvereinigung der Gays und Lesben bestätigte, dass Alkoholismus und Drogenmissbrauch dreimal höher als bei Heterosexuellen ist (9) .
Paare ohne Treue
Weitere Daten: zwei männliche homosexuelle Therapeuten führten eine Befragung bei 156 Männerpaaren durch. Sie stellten fest, dass 95 Prozent der Paare nicht treu waren und die 5 Prozent der Getreuen nicht länger als fünf Jahre beisammen blieben. Diese Statistik ist eindeutig, vergleicht man sie mit anderen über die Treue bei heterosexuellen Paaren. Das American Journal of Public Health veröffentlichte eine Befragung von mehr als zweitausend Personen und wies dabei nach, dass in einer Zeitspanne von fünf Jahren lediglich 6,4 Prozent der heterosexuellen Paare untreu waren. Das National Opinion Research Center in Chicago publizierte, dass von 3.500 Befragten nur zwischen drei und vier Prozent ein Liebesverhältnis außerhalb der Ehe hatten. Diese Ergebnisse stechen gegen die 95 Prozent der untreuen homosexuellen Paare deutlich ab.
Zu diesen Daten, die im Buch Cohens zusammengefasst werden, lassen sich verschiedene Artikel aus der wissenschaftlichen Literatur hinzufügen. Jüngst wurde in einem Artikel das Ergebnis einer Untersuchung über sexuellen Missbrauch durch Adoptiveltern mitgeteilt: 60 Prozent der Missbräuche waren homosexuellen Charakters (10). Andererseits informierte ein Bericht des John Jay College of Criminal Justice (City University of New York) über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in der amerikanischen katholischen Kirche: das Ergebnis besagt, dass die Missbräuche zum größten Teil an Kindern stattfanden (81 Prozent der Fälle) und homosexueller Natur waren (vgl. Aceprensa 36/04).
Diese Tatsachen, die in der Fachpresse erscheinen, werden in den Kommunikationsmitteln, die ein breites Publikum erreichen, nicht verbreitet und kommentiert. Oder werden sie einmal zitiert, werden alle Homosexualitätsprobleme auf soziale Ursachen zurückgeführt und die Gesellschaft beschuldigt, Homosexuelle zu ächten.
Die Therapie: Orientierungswandel
Das Buch von Richard Cohen bleibt bei den Problemen der Homosexualität nicht stehen, sondern bietet eine Reihe von gültigen Lösungsvorschlägen an, die der persönlichen Erfahrung des Autors entstammen.
Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte. Im ersten berichtet der Autor seine eigene Geschichte und beschreibt die tiefer liegenden Gründe für die Anziehung zu Personen desselben Geschlechts. Im zweiten Teil legt Cohen ein Gesundungsmodell in vier Etappen vor. Und der letzte Teil behandelt Themen, wie man Homophobie oder die Angst und den Hass auf Homosexualität mittels Mitleid und Verständnis überwinden kann.
Zu den Ursachen der Homosexualität, so analysiert Cohen – im Unterschied zur Psychoanalyse, die auf Beziehungsprobleme zwischen Eltern und Kindern und sexuelle Traumata in der Kindheit verweist – eine Serie von komplexen Variablen, die einen Menschen dazu führen, die Anziehung zu Personen desselben Geschlechts zu erleben. Unter anderem ist da auch die Variable Familie, verstanden als das Beziehungsgeflecht von Problemen, die in einer Familie auftauchen und häufig nicht gelöst werden können.
Eine weitere Variable, die auf die Entwicklung des homosexuellen Verhaltens Einfluss nimmt, ist das Temperament. Es ist augenscheinlich so, dass bei homosexuellen Männern eine größere Sensibilität vorliegt; ein hochsensibles Kind reagiert schmerzhafter und frustrierter auf schwierige Themen, die im Familienleben vorkommen. Viele homosexuelle Männer haben statt eines kämpferischen Charakters eine devote Natur. Auch besitzen solche Kinder für gewöhnlich eine künstlerische Neigung; sich jedoch einer künstlerischen Natur zu erfreuen, kann dann zur Belastung werden, wenn in der Familie die Gaben des Kindes abgelehnt oder falsch verstanden werden.
Cohen weist darauf hin, dass unter den Ursachen für Homosexualität die in Kindheit und Jugend empfangenen Verwundungen stehen, die er als homoemotionale und heteroemotionale Verwundungen klassifiziert, je nachdem, ob sie von Angehörigen verursacht wurden bzw. von Zugehörigen desselben oder anderen Geschlechts. Diese Wunden verletzen hochsensible Persönlichkeiten mehr, gerade wenn sie sich in der Pubertät Schwierigkeiten gegenübersehen, die eigene sexuelle Rolle anzunehmen. Es ist jedoch ebenso gut möglich, dass sie die erlittenen affektiven Mankos mit sexuellen Anhänglichkeiten und Verhaltensweisen, die sie zum selben Geschlecht hingleiten lassen, kompensieren wollen.
Vier Etappen
Im zweiten Teil des Buches konzentriert sich der Autor auf die Therapie der sexuellen Neuorientierung, die er in vier Etappen gliedert. In der ersten Etappe soll der Mensch das anormale sexuelle Verhalten aufgeben und dazu aus der homosexuellen Welt ausscheiden. Cohen besteht auf der Notwendigkeit der Entfaltung einer Reihe von zuträglichen und positiven Bindungen, wozu die Selbsthilfegruppe als unverzichtbar Bestandteil gehört. Am Ende des Buches teilt er eine Liste von Institutionen verschiedener religiöser und ziviler Hilfsorganisationen zur Heilung der Homosexualität mit.
Die zweite ist die Verwurzelungsphase, die mit der Erkenntnistherapie beginnt, damit fehlerhafte Erkenntnisse und irrige Urteile aufgelöst werden können. Hier soll der Mensch an Selbstwertgefühl gewinnen, neue Haltungen entwickeln sowie Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse identifizieren lernen.
Die beiden letzten Etappen befassen sich mit der Heilung psychischer Verwundungen, aus denen die Anziehung zu Personen desselben Geschlechts erwächst. Und außerdem mit der Heilung affektiver Anhänglichkeiten, die oftmals gewichtiger als die homosexuelle Neigung selbst sind. Cohens Therapie hat eine grundlegend spirituelle Basis. Cohen bekräftigt den Wert des Gebetes, und das Vertrauen auf Gott als Vater, der jedem beisteht, der aufrichtig seine Probleme zu lösen bestrebt ist.
Cohens Buch endet mit einer Bezugnahme auf Homophobie und die Probleme, die in Familien und Gemeinschaften durch das Auftreten eines homosexuellen Menschen entstehen können. Es sei aufrichtig zu bedauern, dass homosexuelle Menschen immer noch Gegenstand von böse gemeinten Sprüchen und aggressiven Handlungen sind. Die personeneigene Würde jedes Menschen sei stets zu achten in Worten, Gesetzgebungen und Taten. Doch lasse sich ebenso wenig akzeptieren, dass auch nur die leiseste Kritik an homosexuellem Verhalten oder der wissenschaftliche Versuch, es tiefer zu ergründen, als Homophobie disqualifiziert werde. Man müsse fortschreiten können zu einer wirklich vorurteilsfreien Forschung, bei der untersucht werden kann, ob nicht doch viele scheinbar unheilbare Fälle von Homosexualität mittels moderner psychotherapeutischer Techniken zu heilen sind.
[Anmerkungen]
(1) Bieber I, Bieber TB. “Male homosexuality”. Can J Psychiatry. 1979 Aug; 24(5): 409-21.
(2) Socarides CW. “Some problems encountered in the psychoanalytic treatment of overt male homosexuality”. Am J Psychother. 1979 Oct; 33(4): 506-20.
(3) Gershman H. “The use of the dream in the therapy of homosexuality”. Am J Psychoanal. 1971; 31(1): 80-94.
(4) Hadden SB. “Group psychotherapy with homosexual men”. Int Psychiatry Clin. 1971; 8(4): 81-94.
(5) Sieh Aceprensa 45/94 und 35/96.
(6) Ellis A. “The effectiveness of psychotherapy with individuals who have severe homosexual problems”. Consult Psychol. 1956 Jun; 20(3): 191-5.
(7) A. Belly A. & M. Weinberg, Homosexualities: an study of diversities between men and women, Simon & Schuster, New York (1978), pp. 308-312.
(8) E. Rueda, The Homosexuals Network: Public and Private Policy, Old Greenwich, CT (1983).
(9) D. van Pelt. “Gay are more prone to Substance Abuse”. Insight, 1990, p. 53.
(10) Cameron P. “Molestations by homosexual foster parents: newspaper accounts vs official records”. Psychol Rep. 2003 Dec; 93(3 Pt 1): 793-802.
[Wichtige Links zum Thema]
Die Daten stammen aus www.narth.com, der Webseite der National Association for Research & Therapy of Homosexuality.
[Wissenswertes dazu]
„Wissenschaftliche“ Positionen und Ideologie
Im vergangenen Juli veröffentlichte die Amerikanische Vereinigung für Psychologie (APA) ein Communiqué, worin sie sich für die Ehe unter Homosexuellen und deren Adoptionsrecht aussprach und die Gesetze verurteilte, die auf diesem Sektor eine unterschiedliche Regelung bei Hetero- und Homosexuellen festlegen.
Die APA äußerte, dass “es ungerecht und diskriminierend ist, Paaren gleichen Geschlechts den Weg zur Ehe und deren entsprechenden Domänen, Rechte und Privilegien zu verweigern”.
Diese Resolution der APA basierte auf den Empfehlungen einer “Arbeitsgruppe über Familien und Beziehungen desselben Geschlechts”. Dieses Komitee bestand aus Mitgliedern, die alle der Gay-Bewegung angehören:
— Dr. Armand Cerbone, die von der Society for the Psychological Study of Lesbian, Gay, and Bisexual Issues für ihre herausragenden Dienste an der Gay-Bewegung ausgezeichnet worden ist.
— Dr. Beverly Green, früher Direktorin der Psychological Perspectives of Lesbian and Gay Issues.
— Dr. Kristin Hancock, Gründungsmitglied der Sektion 44 der APA, einer Gruppe, die sich homosexuellen Themen widmet und Autorin der “Leitfäden für die Psychotherapie mit Lesben, Gays und Bixesuellen” ist.
— Dr. Lawrence A. Kudeck, Mitherausgeber der Contemporary Perspectives on Lesbian, Gay, and Bisexual Psychology.
— Dr. Candace A. McCullough, eine gehörlose Lesbe, die mit ihrer ebenfalls tauben Partnerin Sharon Duchesneau zusammenlebt. Sie wurden bekannt, als Duchesneau eine künstliche Befruchtung von einem ebenfalls gehörlosen Geber vornahm, um eine höhere Wahrscheinlichkeit zu erhalten, ein von Geburt an ebenso taubes Kind zu bekommen (siehe Washington Post, 31-03-2002). Duchesneau und McCullough halten Taubheit nicht für eine Behinderung, sondern für eine kulturelle Identität. Sie wollten deshalb ein Kind, das in die Gehörlosenkommunität hineinpasst.
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