Mehr Gelassenheit

In der Debatte um die aktuelle Familienpolitik - pro und kontra Elterngeld - geht es hoch her. Etwas mehr Vertrauen in die Verantwortung von Eltern könnte da nur gut tun.
Zugegeben - auch ich bin kein Anhänger des Elterngeldes, weil zu viele unter den Tisch fallen. Etwa die Mütter, die vor der Geburt des ersten, zweiten, dritten Kindes nicht gearbeitet haben. Außerdem werden die Zuwendungen des Staates durch die Mehrwertsteuererhöhung und die Abschaffung der Eigenheimzulage wieder aufgefressen.
Ich finde allerdings, daß die Debatte ziemlich ideologisch geworden ist, und fühle mich als Mutter bevormundet. Ich glaube, selbst entscheiden zu können, was meinen Kindern gut tut, und denke nicht, daß es ihnen schadet, ein paar Stunden am Tag von jemand anders betreut zu werden. Am besten natürlich vom eigenen Vater.
Seltsam, daß die zwei "Vätermonate" - die übrigens seit Jahren von Väterinitiativen gefordert werden - für Väter als unerschwinglich gelten, obwohl Mütter angeblich selbstverständlich für zehn Monate - und meistens ist es weit länger - ihren Beruf nicht ausüben sollen. Daß es in Deutschland als kein Problem gilt, wenn Väter 50 bis 60 Stunden arbeiten, aber Mütter als "Rabenmutter" betitelt werden, wenn sie sich auf diese Weise "selbst verwirklichen"- auch wenn sie den Lebensunterhalt ihrer Kinder sichern.
Ich glaube nicht, daß sich an den Geburtenraten etwas ändert, so lange Mütter das Gefühl haben, 24 Stunden am Tag für ihre Kinder verfügbar sein zu müssen. Kinder sollten wieder etwas Selbstverständliches werden, für Väter und Mütter. Sie sind einfach da, sie brauchen Zeit, und zwar von beiden Eltern. Und sie brauchen zufriedene Eltern. Zur Zufriedenheit gehört auch, bei allen Unwägbarkeiten, die ein Leben mit Kindern eben mit sich bringt, im Groben doch seinen eigenen Neigungen folgen zu können. Auch als Mutter. Natürlich kann das auch heißen, voll zu Hause zu sein, wenn sie es wünscht.
Es gibt aber genug Frauen wie mich, die studiert haben und ihren Beruf ausüben wollen. Und dafür wünschen wir uns vor allem mehr Einsatz unserer Männer. Außerdem wollen wir uns nicht ständig rechtfertigen müssen. Und zu guter Letzt brauchen wir eine vernünftige Kinderbetreuung, bei der wir unsere Kinder - für ein paar Stunden, für einen Tag, für mehrere Tage die Woche - gut aufgehoben wissen. Denn eine doppelte Berufstätigkeit - und sei es nur halbtags - ohne Überschneidungen zu koordinieren, ist fast unmöglich.
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Kommentare

Ich habe von einer Freundin die Zugangsdaten zu eurer Seite bekommen. tut mir leid ... ich war neugierig ... ich bin also vielleicht noch zu früh dran. Aber es geht ja ganz schön zur Sache hier. In eurer Vorstellung (wir über uns) habt ihr geschrieben, eine sachliche Seite zu sein. Ist das hier ein Artikel oder ein Frust-Schrei?! Solche Kampf-Flames gehören m.E. eher in ein Diskussionsforum - nur mal so ein Tipp. Kontrovers habe ich mir anders vorgestellt ... Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Perelandra

Liebe/r "perelandra" - BITTE die Zugangsdaten nicht weiter geben!!! Wir sind erst am 7.5. offiziell online. Dann sind wir allerdings an einer Weitergabe der Adesse sehr interessiert.

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