Die Absicht, nie Kinder zu bekommen

Die Absicht, nie Kinder zu bekommen
Am letzten Wochenende traf ich mich mit einigen Blogger - Freundinnen. Ich mag diese Treffen, denn sie geben mir Gelegenheit, Menschen persönlich kennen zu lernen, mit denen ich sonst nur Online Kontakt habe. Als wir im Cafe saßen, tranken, redeten und Leute beobachteten, wurde mir bewusst, dass ich mir ziemlich deplaziert vorkam.
von Katie Hinterer ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Am letzten Wochenende traf ich mich mit einigen Blogger - Freundinnen. Ich mag diese Treffen, denn sie geben mir Gelegenheit, Menschen persönlich kennen zu lernen, mit denen ich sonst nur Online Kontakt habe. Als wir im Cafe saßen, tranken, redeten und Leute beobachteten, wurde mir bewusst, dass ich mir ziemlich deplaziert vorkam.
Ich war in meinen Zwanzigern die jüngste von allen, die mir mit ihren Erfahrungen Jahre voraus waren. Alle hatten irgendwann geheiratet, eine hatte es zum zweiten Mal zum Traualtar geschafft. Was mich aber schockierte, war, dass keine der Frauen Kinder hatte und auch nicht wollten, niemals. Eine hatte sich gar sterilisieren lassen, um sicher zu stellen, dass Kinder für sie nie zum Problem werden könnten.
Es wurde bemerkt, dass ich mich bei dem Gespräch zurückhielt, und eine der Frauen versuchte mich mit der Bemerkung aus der Reserve zu locken, dass ich wohl sicher Kinder haben wolle. Ehrlich gesagt, war ich verblüfft und wusste keine Antwort. So sagte ich, ich sei nicht verheiratet und deshalb seien Kinder noch kein Thema für mich, doch hätte ich Kinder gern und nichts dagegen, welche zu bekommen. Alle lachten und das Gespräch nahm eine andere Wendung.
Wenn ich mir die Gespräche nun nochmal durch den Kopf gehen lasse, wird mir klar, dass etwas mit den Frauen meines Alters total falsch läuft. Warum nur schrecken so viele davor zurück, Kinder zu bekommen und Mütter zu werden? Und warum tun sie alles, sich Kinder vom Leib zu halten, bis die Biologie es unmöglich macht? Es fiel mir wieder ein, dass ich schon ähnliche Diskussionen mit anderen hatte. Eine meiner guten Freundinnen ist absolut überzeugt, niemals Kinder in die Welt setzen zu wollen, weil ihre Mutter neurotisch war. Sie lebt mit ihrem Freund zusammen, der sie heiraten möchte, doch will sie der Ehe nur zustimmen, wenn er verspricht, sich niemals Kinder zu wünschen.
Eine andere sagte mir, sie wolle Kinder nur adoptieren, da sie nicht wolle, dass ihr Körper durch die Schwangerschaft beeinträchtigt werde. Andere wiederum wollen erst ihr Studium beenden, oder ihre Karriere festigen, bevor man an Nachwuchs überhaupt denken könne.
Das alles kann einen schon bedrücken. Wie konnte es kommen, dass Mutterschaft nicht länger als ein Geschenk oder als etwas Erstrebenswertes angesehen wird, als etwas, das wir uns wünschen? Wieso scheint Mutterschaft nur noch den religiös Konservativen und den Landpomeranzen etwas zu bedeuten?
Ich bin nicht sicher, doch glaube ich, dass die Welt ärmer wird, weil wir nie den Nachwuchs solch talentierter und ambitionierter Frauen kennen lernen werden.
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