Bist Du bereit für die Ehe?

von Tamara Rajakariar - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Du fühlst dich bereit für die Ehe? Woher weißt du das eigentlich? Eine Bindung ist deine freie Wahl, du engagierst dich, hältst daran fest und -zugegeben- lebst dich Schritt für Schritt ein. Wäre Ehebereitschaft messbar, würde ich sie an ein paar Vorbedingungen festmachen, die für mich nicht verhandelbar sind und zu denen ich durch die Lektüre einiger Artikel gefunden habe.

Du weißt, was du wert bist.

Wir haben alle unsere Unsicherheiten und Ängste, doch sollten wir auch wissen, wie wertvoll wir sind und davon überzeugt sein, obwohl wir keine Beziehung brauchen sollten, um dies bestätigt zu bekommen. Sich selbst zu lieben, so albern und klischeehaft es klingen mag, bedeutet, Selbstwertgefühl zu besitzen, etwas in eine Beziehung einzubringen, anstatt sie nur zu nutzen, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Bewusstsein des eigenen Wertes bedeutet auch, niemandem zu gestatten, dich schlecht zu behandeln.

Du hattest gute Gründe, eine Beziehung einzugehen.

Du strebst eine langlebige und tiefe Beziehung an. Du weißt, weshalb du deinen Partner liebst und bist total entspannt bei dem Gedanken (und natürlich wahnsinnig glücklich), die Partnersuche abgeschlossen zu haben - ein für alle mal. Du achtest, liebst, vertraust und schätzt den Menschen hoch, mit dem du zusammen bist und nicht etwa deshalb, weil du des Alleinseins müde bist, finanzielle Bedürfnisse hast, oder, weil du deinem Leben ein neues Outfit geben möchtest.

Ihr strebt die gleichen Lebensziele an und teilt die gleichen Werte.

Das Leben ist lang. Ihr wollt in dieselbe Richtung marschieren. Auch wenn nicht jeder, den du kennst, deine Moralvorstellungen teilt, so hoffst du doch, die gleiche Wellenlänge bei dem Menschen zu finden, mit dem du eine Familie gründen und alt werden möchtest. Das setzt Übereinstimmung in den wichtigen Themen voraus, (kein Problem ist, wenn du Schoko-Eiskrem bevorzugst und er Erdbeere; das ist nur cool). Wenn es bei einem wichtigen Thema keine direkte Übereinstimmung geben sollte, empfehle ich - je eher desto besser - es auszudiskutieren, und zu einer Übereinkunft oder zu einem Kompromiss zu finden. Die Ehe ist schließlich schwierig genug.

Ihr seid ein Team.

Klar, es muss auch Zeiten geben, den eigenen Interessen nachzugehen und persönliche Freundschaften zu pflegen, doch bist du jetzt Teamplayer. Wichtige Entscheidungen, wie auch die vielen weniger wichtigen, betreffen euch beide und sollten von beiden getragen werden. Der Erfolg des Partners ist auch der eigene und umgekehrt und beide feiert ihr die Erfolge des anderen. Ihr seid ein Team - und diskutiert eure Angelegenheiten direkt unter vier Augen, nicht mit und auch nicht vor anderen Leuten.

Ihr seid stolz aufeinander.

Du warst nicht nur super-stolz, deinen Erwählten deiner Familie und deinen Freunden vorzustellen, du bist immer noch super-stolz, dass er jetzt deine bessere Hälfte ist. Du bewunderst diesen Menschen, er inspiriert dich, das Beste zu geben und du sprichst zu anderen über ihn nur gutes, was natürlich umgekehrt genauso gilt.

Familienbande

Respektiert und unterstützt die Familie des Partners dich in deinem Lebensentwurf und hilft sie, wenn es darum geht, deine Ziele zu erreichen? Fördert die Familie dich, die Person zu werden, die du sein möchtest, oder steht sie dir im Wege? Manche Menschen neigen dazu, andere herumkommandieren zu wollen, was sicher problematisch ist. Gute Menschen werden es dir sagen - auch wenn es ihnen schwer fällt - wenn du dich korrigieren solltest und werden dir dabei helfen.

Gemeinsam schwierige Situationen durchstehen.

Ob ihr euch gelegentlich schon mal streitet, oder gemeinsam eine schwierige Situation bewältigt, das Leben ist kein Zuckerschlecken und das ist gut so. Wie könntet ihr sonst erfahren, wie die andere Hälfte mit Konflikten oder Sorgen des realen Lebens umgeht und dass ihr beide es schaffen könnt, durch dick und dünn zu gehen? Du brauchst jemanden, mit dem du etwas durchstehen kannst.

Dir ist klar, dass es in einer Beziehung aufs geben, nicht aufs nehmen ankommt.

Einfach, aber höchst wichtig: eine gesunde Beziehung ist die, in der beide geben und nicht erwarten, bedient zu werden. (Ich rede hier nicht darüber dass jeder 50% beiträgt, sondern 100%). Du wirst nie dein Glück finden, wenn du nicht selbstlos gibst, oder es zumindest versuchst, denn natürlich ist niemand perfekt.

Du bist mit dir im Reinen.

Wenn du in Ruhe darüber nachdenkst, plagen dich keine nagenden Zweifel, oder Ängste, was eure Beziehung angeht. Nach einem Beisammensein mit der Familie fühlst du dich nicht unsäglich kaputt, wenn ihr nach Hause kommt. Du bist sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben und erfährst von denen, die dir nahe stehen, dass sie nicht an eurer Beziehung zweifeln.

Zum Schluss möchte ich noch eine gute Freundin zu Wort kommen lassen, die auf meine Frage, woher sie wisse, dass ihr zukünftiger Ehemann der richtige sei, antwortete: „Ich weiß, wenn wir Kinder hätten und mir würde etwas zustoßen, würde er die Kinder genauso erziehen, wie ich“. Das ist ein Wort!