Acht Tipps für glücklichere Kinder

von Tamara Rajakariar - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Wir bekommen immer wieder Empfehlungen zur Erziehung kluger oder erfolgreicher Kinder serviert. Doch wichtiger noch sind glückliche Kinder. Deshalb gefiel mir der Beitrag in TIME so sehr, der zehn wissenschaftlich belegte Methoden aufzeigt, Kindern Wege zum Glücklich-Sein zu lehren. Ich habe acht daraus als meine Favoriten ausgewählt, die ich hier kommentieren möchte.

Werde selbst glücklich

Am einfachsten erzieht man durch Beispiel. Es ist kein Geheimnis, dass das Vorbild der Eltern eine starke Prägung der Kinder bewirkt. So ist auch der beste Weg, den Kindern ein Gefühl von Geborgenheit zu geben der, wenn sie sehen, dass ihre Eltern sich lieben. Ich habe es selbst so erlebt. Bei uns zu Hause wussten wir Geschwister, dass Scheidung niemals eine Option für unsere Eltern bedeutete, und auch wenn wir mitbekamen, dass Mutter und Vater sich gelegentlich stritten, war es nie mehr als eine Kabbelei, was uns Kindern sicher geholfen hat, vertrauensvoll und unabhängig zu werden.

Lehre Beziehungen zu knüpfen

Es ist nicht schwer zu verstehen, dass gesunde Beziehungen mit den Menschen, die einen umgeben, das Leben glücklicher machen. Wie lehrt man seine Kinder, gute Beziehungen aufzubauen? Ich denke, man sieht darauf, Werte wie Freundlichkeit, Großzügigkeit, Empathie und Aufrichtigkeit mit anderen zu fördern.

Erwarte Einsatz, jedoch nicht Perfektion

Diese Aussage gefällt mir besonders gut. Niemand ist vollkommen; Perfektion von sich oder anderen zu erwarten, führt nur zu Enttäuschungen und Unsicherheit. Von Kindern Perfektion zu fordern, belastet sie enorm: es geht hier um ein Ideal, das niemand wirklich erreichen kann. Zu erwarten, es so gut wie eben möglich zu machen, ist eine andere Geschichte. Es ist ein realistisches Anliegen und das Kind freut sich, dass jemand an seine Fähigkeiten glaubt.

Vermittle Optimismus

Glückliche Menschen sehen das Glas halbvoll… Sicher ist Optimismus zum Teil eine Charaktereigenschaft, die einem in die Wiege gelegt ist. Doch kann man auch zu optimistischer Haltung erziehen. Ich habe an anderer Stelle schon gelegentlich das kurze Gedicht meines Vaters erwähnt, das bei uns Kindern zu 100% alle Klagen verstummen ließ: „I was in the blues because I had no shoes, but then on the street I saw a man with no feet“ „Ich blies Trübsal, weil ich keine Schuhe hatte, bis ich auf der Straße einen Mann ohne Beine sah.“ So lehrt man Kinder, das ganze Bild zu sehen, aber auch, nach dem Silberstreif am Himmel zu suchen. Eine gute Charaktereigenschaft, die entwickelt werden muss.

Lehre emotionale Intelligenz

Hier geht es darum, dass die Kinder sich bewusst machen, warum sie etwas in einer bestimmten Weise empfinden und die notwendigen Schritte zu tun, damit angemessen umzugehen. Wie? Fragen stellen. Sind sie ärgerlich, traurig, müde und ausgelaugt? Fragen Sie und helfen Sie, den Grund zu rationalisieren. Ich habe mich selbst erst seit kurzem dieser Methode bedient; sie half mir mehrfach, aus einer den ganzen Tag währenden Nervosität herauszukommen, festzustellen, was mich eigentlich gereizt machte und wieder ausgeglichen und froh zu sein.

Lehre Selbstdisziplin

Es kommt nichts Vernünftiges dabei heraus, wenn Gefühle das Handeln bestimmen. Die besten Dinge im Leben verlangen harte Arbeit und Selbstdisziplin. Das übersieht man leicht in unserer Kultur der sofortigen Belohnung. Selbstdisziplin ist immer erforderlich, das fängt mit Kleinigkeiten an, wie jeden Tag Körperpflege, bei Tisch warten, bis jeder fertig ist etc. und reicht bis in die großen Herausforderungen, den Job gut erledigen, treu in der Ehe sein, u.s.w. Die eingegangenen Verpflichtungen erfüllen, macht einfach glücklicher. Für mich ein wichtiger Aspekt.

Mehr Zeit zum Spielen

„All work and no play makes Jack a dull boy.“ - Arbeit allein macht nicht glücklich. Es geht um genug Zeit zum Spielen, zum Herumtoben, für Ballspiele, draußen herumrennen, mit dem Spielzeugbagger den Sandkasten umgraben und solche Dinge mehr, nicht dagegen um Spiele auf dem Smartphone oder am Computer. Nur so entwickelt ein Kind Kreativität, Ideen, Phantasie und lernt, den Augenblick ganz zu genießen. All das ist vital zum Glücklich-Sein. Solche Spiele gehören zum Heranwachsen und lernen. In dieser Technologie-gesättigten Zeit ist es wichtiger denn je, dafür zu sorgen, dass Kinder ausreichend spielen.

Gemeinsame Mahlzeiten

Gemeinsame Mahlzeiten machen Körper, Geist und Seele glücklicher. Über dieses Thema wurde bereits häufiger hier geschrieben. Intellektuell profitieren Kinder von einem deutlichen Zuwachs an Ausdrucksfähigkeit und Lernleistung. Körperlich ist es ebenfalls vorteilhaft, da Kinder in der Familie meist gesünder und bewusster essen, besonders wenn der Fernseher dabei ausgeschaltet bleibt und so eine der (bekannten) Ursachen für Gewichtsprobleme ausgeschlossen wird. Gemeinsame Mahlzeiten sind Seelennahrung, regelmäßig gepflogen, tragen sie deutlich zu besserer psychischer Gesundheit und positiverer Stimmungslage bei.

Nicht schlecht, wenn man Glück auf diese Weise beeinflussen kann.