10 Tipps, wie Kinder in den Sommerferien froh und beschäftigt bleiben

10 Tipps, wie Kinder in den Sommerferien froh und beschäftigt bleiben
Ahhh… endlich Sommerferien; die Schule ist gelaufen und jetzt ist Gelegenheit, die Dinge etwas ruhiger angehen zu lassen ... „Maaaamaaaa“ schreit meine Tochter, „Peter ärgert mich!“; „ sie lässt mich nicht mitspielen“, beschwert sich Peter. „Er wirft dauernd meine Puppen um!“ heult Carolyn. Mir war klar, dass Peter Langeweile hatte und sich in Szene setzen wollte. „Peter, komm mal zu mir,“ sagte ich bestimmt. Er kam nur widerstrebend. Und dann gab ich meinem sechsjährigen ein Messer in die Hand ...
von Mary Cooney - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
---
Die Ferienzeit ist oft die Zeit, in der sich Kinder am meisten langweilen. Sie haben auf einmal viel Zeit, wissen aber oft nicht, diese sinnvoll zu nutzen. Langeweile geht bei Kindern wirklichen Problemen voran, sie betteln um neues Spielzeug, bemitleiden sich selbst, fühlen sich allein gelassen, zanken herum und nerven ihre Eltern. Was kann man nun, abgesehen von Zeltlagern und Ausflügen tun, damit die Kinder eine frohe und erfüllte Zeit erleben?
Hier sind meine zehn Rezepte:
1. Hausarbeit statt Langeweile

„Peter, ich glaube Du bist groß genug, um mir beim Essen zubereiten zu helfen. Du könntest schon die Paprika schneiden,“ sagte ich, „sei vorsichtig, das Messer ist scharf, aber ich bin sicher, du kannst es.“ Peter schnitt die Paprika, dann den Knoblauch und schließlich die Wurst. Wir hatten beide großen Spaß, Seite an Seite in der Küche zu arbeiten und Peter war so stolz auf seine neuen Fähigkeiten, dass er mehr tun wollte.
Die Sommerferien sind eine sehr geeignete Zeit, Kinder an neue Aufgaben im Haushalt heranzuführen, was sie gern tun, ohne an Entlohnung zu denken. Wenn man zeitig genug damit beginnt, sind großzügiges Lob und Ermutigung aus Sicht des Kindes die wertvollste Belohnung. Man kann gemeinsam mit dem Kind für jeden Tag eine Aufgabenliste (in engl. Sprache) erstellen. Dabei kommt es nicht auf Perfektion an, es geht vielmehr darum, Verantwortungsgefühl zu wecken, Selbstvertrauen zu stärken und gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen.
2. Bücher und Hörbücher

Ermutigen Sie Ihr Kind, jeden Tag eine halbe Stunde zu lesen, oder, solange es klein ist, Bilderbücher anzuschauen. Darüber hinaus sollten Sie Kindern eine viertel bis eine halbe Stunde vorlesen. Es macht sie nicht nur klüger, sondern bildet auch ihre Vorstellungskraft. Wenn Ihr Kind nicht gerne liest, bringen Sie ihm Hörbücher nahe, die man ausleihen oder preiswert downloaden kann. Oft ist es hilfreich, das Hörbuch durch Lektüre der gedruckten Fassung zu ergänzen. Buchempfehlungen finden Sie, ohne Anspruch auf nur annähernde Vollständigkeit, auf unserer Website.
3. Phantasiespiele und Filme machen

Gute Bücher regen zum Nachspielen an, was Kinder für Stunden beschäftigt. Fühlen sich die Kinder schon zu alt für solche Spiele, bieten Sie an, selbst mitzuspielen. Kann man sie nicht mehr zu kindlichen Spielen motivieren, sollte man sie überreden, ihre Lieblingsgeschichte zu verfilmen. Wenn es zu wenig Schauspieler gibt, kann man Puppen, Aktionshelden, Plüschtiere einsetzen, oder Handpuppen selbst anfertigen. Dazu gehören ein Drehbuch, Proben, vielleicht sogar Hintergrundmusik; viel kreative und anspruchsvolle Beschäftigung also. Sparen Sie nicht mit Lob, lassen Sie Familie und Freunde über „YouTube“ teilhaben, und die Kinder werden sicher mehr Filme drehen wollen.
4. Spiele im Freien

Gartenarbeit, Fangen, Schatzsuche, Wasserspiele, Zelten, Sandburgen bauen, Sport, Seifenblasen, Käfer fangen und einen Käfer-Zoo einrichten.... alles, was man im Freien machen kann, (die elektronischen Geräte sollten im Haus bleiben) sind großartige Möglichkeiten, die überschäumende Energie von Kindern zu neutralisieren, ohne dass sie das Haus auf den Kopf stellen. Die Natur ist im Übrigen ein hervorragender Lehrer. Eine Möglichkeit, die Kinder ins Freie zu locken, ist, draußen zu essen, oder ein Picknick zu veranstalten.
5. Basteln, Sammeln, Hobbys

Wenn Ihr Kind wieder mal ein neues Spielzeug haben möchte, sagen Sie: „Versuch doch mal, so etwas Ähnliches selbst zu machen.“ Statt in den Spielzeugladen, geht man in den Bastelladen. Es wäre natürlich besonders kreativ, ein Spielzeug aus den Dingen, die man zu Hause findet, zu basteln.
Dies fördert Einfallsreichtum und Kreativität. Meine Söhne haben alles Mögliche aus Dosen, Kartons und Klebeband zusammengebaut. Man sollte allerdings darauf achten, dass hinterher aufgeräumt wird.
Werden die Kinder älter, sollten sie angeregt werden, sich Hobbys zu suchen, wie Malen, Textilarbeit, Backen, Fotografie, Holzarbeit, den Bau von Modellautos oder den Aufbau elektronischer Bausätze. Man kann auch helfen, eine Sammlung von Münzen, Briefmarken, Bildern von Fußballern und anderer Sportidole, etc. aufzubauen. Eine wertvolle und interessante Beschäftigung ist auch die Anlage eines Familienstammbaums, wozu natürlich auch die Recherche in Familienbüchern gehört.
6. Brettspiele, Puzzles, und Baukästen

Abgesehen davon, dass sie großen Spaß machen, sind Brettspiele nützlich, besonders dann, wenn sie geeignete Strategien verlangen, damit man gewinnt. Baukästen, wie Lego, stimulieren hervorragend Kreativspiele, auch mit mehreren Mitspielern in verschiedenen Rollen.
Als Kinder spielten wir Geschwister stundenlang Lego. Heute spielen meine Kinder es ebenso.
7. Je mehr Mitspieler, umso mehr Spaß

Als ich noch klein war, habe ich immer die Kinder beneidet, die viele Geschwister hatten. Bei ihnen war immer etwas los. Brettspiele und anderes Spielzeug machen noch mehr Spaß, wenn man gemeinsam spielt. Mein Rat: Arrangieren Sie Termine mit anderen Eltern zum gemeinsamen Spielen. So können sich Kinder mehrerer Familien z.B. vor oder nach dem Sport zum Spielen treffen. Ferien können mit mehreren Familien geplant werden. Wenn man in den Ferien zu Hause bleibt, kann man Babysitting anbieten.
8. Eine Lanze für Phantasie

Wenn ein Kind sich beklagt: „Ich habe nichts zu tun“, muss man ihm helfen. Man kann ihm verschiedenes vorschlagen, sollte dabei aber auch zu überzeugen suchen, wie viel Spaß es dabei haben wird. Sagt man einfach: „Spiel doch mit Lego“, antwortet es vielleicht: „Mag ich nicht.“ Der überzeugendere Vorschlag wäre vielleicht: „Versuch doch mal mit deinen Legosteinen den höchsten Turm der Welt zu bauen. Dann müssen alle Lego-Männchen versuchen, auf den Turm zu klettern. Für die, die runterfallen, musst du ein Krankenhaus bauen, damit sie behandelt werden können. Wenn der Turm auf einer Insel steht, braucht man auch noch ein Rettungsboot und einen Rettungs-Hubschrauber....na, wäre das was?“
9. Das Langeweile-Buch

Es mag Zeiten geben, da nichts, aber auch gar nichts das Kind zufrieden stellt. Vielleicht ist es müde, schlecht gelaunt, oder nicht ganz gesund. Egal, was die Ursache ist, es weiß nichts mit sich anzufangen. Wenn es sich dann beklagt: „Ich weiß nicht, was ich anfangen soll“ und auf alle Vorschläge nur mit einem Kopfschütteln reagiert, ist der Augenblick gekommen, ihm zu sagen: „Du solltest Dir etwas überlegen, was Du spannend findest. Du hast fünf Minuten, und wenn Dir dann immer noch langweilig ist, gebe ich Dir eine Aufgabe aus dem Langeweile-Buch.“ Meistens hilft es. Meine Kinder werden sehr erfinderisch, wenn ich mit dem Buch komme.
Das Langeweile-Buch kann jedes Buch sein, das man für solch schwierige Phasen ausgesucht hat.
Es kann, je nach Alter und Temperament des Kindes ein Buch sein, das spaßig ist, oder aber auch anspruchsvoll, wie Denksport-Aufgaben, oder Kopfrechnen. Das Kind sollte diese Aufgaben ohne Hilfe bewältigen können, solange, wie ihm aufgetragen wurde, ob es ihm nun großen Spaß macht, oder nicht. Erst wenn es die Aufgaben erledigt hat, kann es etwas anderes beginnen...oder sich weiter mit dem Langeweile-Buch beschäftigen.
10. Wenn gar nichts hilft...

Aber sogar das Langeweile-Buch kann ohne Wirkung bleiben. Wenn gar nichts mehr helfen will, und dein Kind dir folgt, wie ein verlassener Welpe, dann sucht es Zuwendung, deine Zuwendung! Du kannst es vielleicht bewegen, dir bei der Arbeit zu helfen, oder musst sogar deine Arbeit unterbrechen, um ihm zuzuhören, mit ihm zu spielen, oder ihm vorzulesen. Sei dann großzügig mit deiner Zeit. Kinder brauchen viel Liebe, Zuwendung und Ermutigung.
Und zum Schluss: Kein Augenschmaus, sondern Gehirnnahrung

Wenn sich ein Kind langweilt, ist es natürlich das Einfachste auf der Welt, es vor den Fernseher zu setzen oder mit einem Videogame ruhig zu stellen. Wenn jedoch die Show vorbei, das Spiel gespielt ist, beginnt die Langeweile von neuem. Zu viel Fernsehen und Action in Videospielen lässt Kinder ihre Fähigkeit zum Staunen verlieren. Wenn sich ein Kind an das Geglitzer und Geflimmer der elektronischen Medien einmal gewöhnt hat, kann es sich kaum mehr auf ein Buch konzentrieren, imaginative Spiele mitspielen oder sich an der Schönheit der Natur erfreuen.
Mir scheint, je mehr Fernsehen ein Kind konsumiert, umso mehr leidet es unter Langeweile.
Deshalb sollten Fernsehen und Videospiele nur am Ende des Tages und zeitlich klar begrenzt auf dem Tagesplan stehen. Sommertage sollten dagegen mit nützlichen, aktiven und kreativen Spielen ausgefüllt werden.
Taxonomy upgrade extras: