Sieben Zutaten für eine glückliche Ehe

von Tamara Rajakariar - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Wenn Sie öfter meine Posts lesen, gehen Ihnen vielleicht schon mal meine Ratschläge in Beziehungs- und Ehefragen auf den Geist. Nun stehe ich selbst kurz davor zu heiraten, da interessieren mich natürlich die vielen guten Erfahrungen von Paaren, die schon jahrzehntelang verheiratet sind. So fand ich ein paar gute Tipps in einem Artikel der Time von Tara Parker-Pope, der Autorin des Buchs For Better (zum Guten), keineswegs die Ratschläge, die wir immer zu hören bekommen, doch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass sie hilfreich sind. Deshalb erlauben Sie mir, sie Ihnen hier zu präsentieren.

Gute Ereignisse soll man feiern

Es ist kein Geheimnis, dass positive Ereignisse stimulieren. Es leuchtet deshalb ein, dass Paare, die solche Ereignisse in ihrem Leben bewusst feiern, eine größere Freude an ihrer Beziehung haben. Meist sind wir davon überzeugt, dass der Partner weiß, dass wir froh sind, ihn zu haben, stolz auf das, was er erreicht hat oder durchdrungen davon, sein Ein und Alles zu sein. Doch die Überzeugung sollte auch nach außen kundgetan werden!

Ein Beispiel: mein Verlobter und ich begehen jeden Monat das Datum des Tages, an dem wir uns kennenlernten. Dann rufen wir uns an und wünschen uns einen „frohen neuen Monat“! Ab und zu überrascht der eine den anderen mit einer Einladung zum Dinner oder lässt eine Pizza o.Ä. an den Arbeitsplatz liefern…(wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass er meistens für solche Überraschungen sorgt). Doch eigentlich feiern wir jeden Tag; er schrieb mir vor kurzem ein SMS: „Frohe 17 Monate und 3 Tage“. Ist er nicht klasse? Manche Leute mögen glauben, dass wir übertreiben, doch uns macht es einfach glücklich.

5:1

Das ideale Verhältnis von positiven zu negativen Momenten in einer Beziehung, so behaupten kluge Leute, sollte bei 5:1 liegen. Forschung belegt, dass bei einem Verhältnis von 1:1 die Wahrscheinlichkeit für eine Trennung wesentlich höher ist. Eine meiner Freundinnen - eine Bankangestellte - erklärte es mir so: Eine Beziehung ist wie ein Bankkonto, das Liebeseinheiten verwaltet. Es ist empfehlenswert, das Konto immer im Plus zu halten, also mehr einzuzahlen, als man abzuheben gezwungen ist. Mir leuchtet es ein. Nach Streit oder Auseinandersetzungen sollte man sich in den folgenden Tagen bemühen, einander mit Kleinigkeiten zu zeigen, dass die Liebe ungebrochen ist. Wenn ein Paar eine schwere Zeit durchlebt, sollten beide Ideen entwickeln, mit kleinen Geschenken, Überraschungen oder Liebkosungen beim Partner ein Lächeln hervorzulocken.

Stellt hohe Ansprüche

Ein interessanter Aspekt. Viele sind der Meinung, in ihrer Beziehung unglücklich zu sein, weil sie zu hohe Ansprüche haben, doch sagt hier die Forschung klar, dass Menschen, die mehr erwarten, auch mehr erhalten. Es macht durchaus Sinn - wenn man selbst mit Respekt behandelt werden möchte, wird man auch einen Partner finden, der dies tut.

Für mich trifft es jedenfalls zu. Meine Mutter war oft frustriert, weil sie mich zu wählerisch fand, doch ich wusste, was ich von einem Mann erwartete, ja ich hatte mir sogar eine - nicht eben kurze - Liste angelegt und war nicht bereit, weniger zu akzeptieren. Gott sei Dank hat sich für mich alles gut gefügt und meine Mutter ist jetzt überglücklich und von meinem Verlobten absolut begeistert.

Bleibe in Kontakt mit Familie und Freunden

Es ist leicht, bei allen gemeinsamen Aktivitäten und Projekten vom Ehepartner total abhängig zu werden. Deshalb empfiehlt der Time Artikel: „die Ehe sollte Eure wichtigste Beziehung sein, aber nicht Eure Einzige.“ Das heißt nicht, dass beide ihre Partnerschaft nicht so eng wie möglich gestalten sollen, doch dass es sinnvoll ist, darüber hinaus die Beziehung zur Familie und zu Freunden zu pflegen.

Übertriebene Abschottung eines Paars isoliert es von Familie und Freunden, deshalb wird eine gesunde Beziehung offen für solche Bindungen sein und sie mit gestalten und bereichern. Wir alle brauchen unterschiedliche Hilfen und Zuspruch für unsere Lebensgestaltung und wenn einer der Partner dafür keinen Sinn hat, ist es nicht unbedingt das beste Zeichen. Es mag manchmal schwierig sein, die nötige Zeit zu finden, doch kann man vielleicht auch hier und da Feste zusammenlegen.

Erwarte nicht, dass Dein Partner Dich glücklich macht

Hier geht es um ein klassisches Missverständnis. Viele Menschen suchen oft jahrelang nach ihrem Seelenfreund und wenn sie ihn dann gefunden haben, glauben sie, den Gipfel des Glücks erklommen zu haben. Leider funktioniert es so nicht, fürchte ich. Natürlich bedeutet der Ehepartner Glück, bitte nicht missverstehen, aber wahre, tiefe und andauernde Wonne? Die müssen wir in uns selbst erleben, niemand kann uns diese Freude ungeteilt schenken - außer Gott, wenn man denn an ihn glaubt.

Wer von seinem Ehepartner erwartet, dass er ihn zu jeder Zeit vollständig glücklich machen kann, wird beim kleinsten Fehler des anderen ausflippen, denn es gibt einfach keinen Menschen, der 24 Stunden und 7 Tage pro Woche perfekt ist. Hier geht es wirklich darum, die Gesinnung zu ändern, sich klar zu machen, dass es nicht Aufgabe des Partners ist, den anderen glücklich zu machen.

Mehr körperliche Zuwendung

Der Time Artikel empfiehlt mehr körperliche Liebe, und dies gilt auch für körperlichen Kontakt ganz allgemein. Menschen sehnen sich nach Nähe des Geliebten, deshalb ist es nur verständlich, dass diese Nähe in der Zweisamkeit Stimmung und Zufriedenheit beflügelt.

Ich sage nicht, dass ein Paar seine Zeit nur damit zubringen sollte, liebevoll zu kuscheln, doch kann ein Ausdruck von Zuneigung zur rechten Zeit hilfreich sein. Wenn ich z. B. mit meinem Verlobten nicht einig bin, halte ich seine Hand - selbst wenn das ein wenig merkwürdig anmutet, wenn wir aufgebracht sind. Ich denke aber, es hilft uns beiden zu begreifen, dass wir immer noch verbunden und ein Team sind, egal was uns beschäftigt.

Begeisterung

Ich habe den Rat schon vorher irgendwo gelesen: Paare sollten möglichst häufig aufregende Aktivitäten unternehmen, um den Rausch der jungen Liebe zu verlängern und auch, weil es helfen soll, die Beziehung mit positiven und erregenden Gefühlen aufzuwerten. Das bedeutet sicher nicht, dass jeder gemeinsame Abend Glücksgefühle, wie beim Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen auslösen muss. Es bedeutet vielmehr, dass man hier und da sich etwas Besonderes einfallen lässt, ein Sahnehäubchen auf dem Alltäglichen, ein Restaurantbesuch in einem schönen Ort, der eine Fahrtstunde entfernt ist, statt der Besuch eines Restaurants am Wohnort, eine Überraschungstour, eine gemeinsame Schatzsuche… Es macht einfach Spaß, gemeinsam etwas zu unternehmen, was sollte einen hindern?