Mutterschaft

Mutterschaft
Gibt es auf dieser Welt eine mächtigere Kraft als die Liebe einer Mutter? Ich glaube es nicht. Man mag zwar behaupten, es sei die Macht der Liebe selbst, womit ich auch kein Problem hätte. Und doch besitzt Mutterliebe in ihrer Universalität, Zeitlosigkeit, Transzendenz und Unergründlichkeit einen unüberbietbaren Stellenwert.
von Sheila Liaugminas - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Wissenschaftler erforschen das Wesen von liebenden, hingebungsvollen Müttern und Filmemacher produzieren Filme über die unbezwingbare Kraft solcher Liebe.
Eine Mutter tut alles für ihr Kind. Je größer seine Bedürfnisse, umso mehr wird sie Himmel und Erde in Bewegung setzen, sie zu erfüllen. In Krankheit, Leid oder Schmerz bittet sie Gott, diese an Stelle des Kindes selbst zu erleiden, doch, da solche Bitten meist unerfüllt bleiben, leidet sie mit ihrem Kind Qualen, die ihr Herz durchbohren, wie glühendes Eisen.
In ihrem Bemühen, die geeignete Ansprache für ihr Kind zu finden, kann sie wortkarg, oder auch wortreich sein. Oft kämpft sie um die richtige Form der Ansprache und meint doch, dass sie nicht richtig, nicht gut, oder nicht gut genug sei.
Meine Freundin, die Kinderärztin Dr. Meg Meeker, die häufig in Radiosendungen auftritt, kann dies besser, als jemand Anderes professionell und einfühlsam beschreiben. Hier ihr Beitrag zu den Herausforderungen des Muttertags.
Zuerst, schreib alle Eigenschaften auf, die du meinst, verbessern zu sollen: freundlicher, geduldiger, durchsetzungsfähiger, konzilianter sein, etc. Jeder hat da seine eigene Liste.
Dann notiere alles, was du tun solltest: besser kochen, mehr Geld verdienen, öfter sauber machen, den Kindern mehr Zeit widmen. Irgendwelche Probleme, die Liste zu erstellen? Du bist nicht ehrlich zu dir selbst. Denk an die „andere Frau“ die in deinem Kopf haust und jeden Tag zu dir spricht. Du kennst sie schon, sie ist die Mutter, die du glaubst, sein zu müssen. Die perfekte Mutter. Bring ihre Gedanken zu Papier; halte nichts zurück. Schreib einfach, was sie sagt, was du tun sollst, wohin du gehen sollst, wie viel Ausarbeitung du nötig hast (meine sagt mir, ich solle direkt nach der Arbeit zur Gymnastik gehen) und wie die Kinder darauf reagieren würden, wenn du ein wenig mehr, wie sie wärest. Jetzt kommst du der Sache schon näher. Denk ein wenig über sie nach. Wie sieht sie aus, wie spricht sie? Sie redet viel ansprechender als du, denn sie hebt nie ihre Stimme.
Nach dieser Übung solltest Du alles, was du geschrieben hast, noch einmal sorgfältig durchlesen. Ja, die Kinder sollten zu einem anspruchsvolleren Literaturkreis gehen. Deine Tochter könnte viermal in der Woche zum Tanzen gehen, wenn du das Geld dafür hättest. Vielleicht solltest du dir wirklich einen besser bezahlten Job suchen, dann könntest du den Tanzunterricht bezahlen. Das also würde dir die Frau in deinem Kopf raten. Lies die Liste immer wieder und füge hinzu, was dir in den nächsten Tagen noch in den Sinn kommt.
Jetzt - kommt der bessere Teil der Übung: Geh in die Liste und streiche alle Punkte, nacheinander. Die Frau im Kopf brauchst du nicht. Sie ist Einbildung und unnötig. Das Wichtigste ist aber, dass deine Kinder sie auch nicht mögen und sie sich so eine Mutter keinesfalls wünschen. Sie wollen einfach nur dich!
Ersetze die Liste durch die Realität. Deine Kinder wollen dich. Sie wollen mit dir zusammensein, mit dir lachen und mit dir gemeinsam Dinge unternehmen. Sie brauchen nicht an einem anspruchsvolleren Literaturkreis teilzunehmen, häufiger zu tanzen, schönere Zimmer zu haben und ein noch gepflegteres Haus. Und, deine Kochkünste sind ihnen auch nicht so wichtig. Es ist ihnen ziemlich egal, ob du Plätzchen im Laden kaufst, vorfabrizierte ausbäckst, oder sie nach altem Rezept selbst bäckst. Das ist deine Angelegenheit. Sie wollen nur mit dir Plätzchen futtern.
Am Muttertag in diesem Jahrmöchte ich Kuchen und Plätzchen essen, Tee oder Kaffee trinken und mit meiner Mutter anstoßen für die, die sie ist. Und mit meinen Kindern, für das, was sie sind. Was für unaussprechliche Geschenke.
Die Väter des zweiten Vatikanischen Konzils haben dies wohl verstanden.
Frauen, Familienmütter, sind Ersterzieher der Menschen. In der Intimität der Familie geben sie die Traditionen der Vorfahren an Söhne und Töchter weiter und bereiten sie auf die unerforschliche Zukunft vor. Man sollte immer daran denken, dass eine Mutter durch ihre Kinder zu der Zukunft gehört, die sie selbst vielleicht nicht mehr sehen wird. Doch im Hinblick auf diese Zukunft wird sie wachsam und dankbar sein.
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