#MySoberSwag - Meine nüchtern coole Ausstrahlung

von Nicole M. King - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Eine Gruppe von Fresno-Teens trägt den Kampf gegen das Komasaufen Minderjähriger mit einer neuen Plakataktion auf die Straße, berichtet eine Fresno TV Station.

Das Plakat zeigt Bilder von Jugendlichen, die ihre Zukunftsträume verkörpern: in akademischen Talaren, als Chef, in Sportkleidung, in Berufskleidung, etc. verbunden mit dem Slogan „#mysoberswag.“ (etwa: so nüchtern möchte ich daherkommen). Die Aktion wurde von den „Fresno County Friday Night Live youth leaders“, einer gemeinnützigen Organisation gestartet und „soll dazu dienen, die Kommilitonen zu ermutigen, während der Abschlussprüfungen trocken zu bleiben.“ Der Bericht legt dar, „dass Alkohol die unter Teenagern am häufigsten missbrauchte Droge ist“, wobei 14% der 10-Klässler und 28% der 12-Klässler über mindestens ein Komasauf-Ereignis im vergangenen Monat berichteten.

Doch so lobenswert solche Bemühungen sein mögen, sie sind nur Trostpflaster für ein Phänomen, das viel tiefere Wurzeln hat.

Neueste Forschung: Zerbrochene Familien - Saufende Kinder

In den USA, wie auch in Europa, machen sich die Gesundheitsbehörden Sorgen über den Alkoholkonsum von Jugendlichen. Wer eine der jüngsten europäischen Studien zu dem Problem liest, kommt leicht zum Schluss, dass es dabei meist um eine Selbstmedikation der Betroffenen geht, um den Schmerz über das Zerbrechen der eigenen Familie besser zu ertragen.

Die Autoren dieser neuen Studie repräsentieren eine Vielzahl namhafter Institutionen, wie
die Columbia University in den USA, die Université de Lorraine in Frankreich, die Universidad de Oviedo in Spanien, das Karolinska Institutet in Schweden und die Tel Aviv University in Israel. Dieses internationale Team von Wissenschaftler, hat gemeinsam das Alkoholismus-Problem Jugendlicher untersucht und charakterisiert es als „eines der Hauptrisiken im Verhalten Heranwachsender“. Die Trinkgewohnheiten Minderjähriger sind nicht zuletzt deshalb so beunruhigend, „weil sie die Jugendlichen für unangepasstes Verhalten, Delinquenz, Gewalttätigkeit, Unfälle, emotionale Instabilität, Depressionen, Ausgrenzung und Suizide anfällig machen“. Und weil es letztendlich auch „schädlich für die mentale Gesundheit und Sicherheit Jugendlicher ist“, bedeutet das Alkoholismus-Problem eine substanzielle Belastung der öffentlichen Haushalte.

Um den sozialen Kontext besser zu verstehen, haben die Forscher Daten zum Risikoverhalten Jugendlicher aus Österreich, Estland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Israel, Italien, Rumänien, Slowenien und Spanien verglichen. Alle Daten weisen aus, dass die Qualität der Familienstrukturen entscheidend die Anfälligkeit Jugendlicher für Alkoholkonsum bestimmt.

„Das Aufwachsen in einer Familie mit Vater und Mutter“, folgern die Wissenschaftler, „stellt einen entscheidenden Schutzfaktor gegen den Alkoholkonsum Minderjähriger dar. Jugendliche aus alleinerziehenden Haushalten und Familien mit Stiefeltern neigen dazu, mehr Alkohol zu konsumieren, als Kinder aus Familien mit beiden Elternteilen.“

Der Schutzeffekt einer intakten Familie zeigte sich besonders, als die Forscher die Parameter Trinkfrequenz, Trinkmenge und Zahl der Volltrunkenheits-Ereignisse untersuchten. Es zeigte sich eine bemerkenswerte Kluft beim Trinkverhalten, die Jugendliche aus intakten Familien von ihren Kollegen aus alleinerziehenden - und Stief-Familien unterschied.

Angesichts der Entwicklungen des Familienlebens auf beiden Seiten des Atlantiks werden sich die Betreiber von Suchtkliniken auf Jahrzehnte hinaus eines komfortablen Wachstums erfreuen dürfen.

(Quellen: Forthcoming in New Research, The Family in America. Studie: Erik Rüütel et al., “Alcohol Consumption Patterns among Adolescents Are Related to Family Structure and Exposure to Drunkenness within the Family: Results from the SEYLE Project,” International Journal of Environmental Research and Public Health 11.12 [2014]: 12700-12715.)

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Dieser Beitrag wird hier mit freundlicher Genehmigung von The Family in America, einer Publikation von The Howard Center, einem Partner von MercatorNet veröffentlicht.