„Bürgerrechts-“Aktivisten organisieren Kampagne gegen Monoedukation

„Bürgerrechts-“Aktivisten organisieren Kampagne gegen Monoedukation
Kann mir wohl jemand erklären, warum die „American Civil Liberties Union“ es darauf anlegt, eingeschlechtliche Klassen an öffentlichen Schulen auszumerzen (was sie offensichtlich bei Schulen in freier Trägerschaft nicht kann)? Sind dies nicht dieselben, die behaupten, es gäbe ein Recht auf gleichgeschlechtliche „Ehe“, die ja wohl auch eingeschlechtlich ist?
Von Carolyn Moynihan - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Als das US Education Department 2006 den Weg zu einer größeren Wahlfreiheit ebnete, richteten immer mehr Schulen Klassen nur für Jungen oder für Mädchen ein; heute bieten etwa 500 Schulen diese Option an. In vielen, wenn nicht den meisten Fällen, ist das Ziel dieser Maßnahme, den Jungen zu helfen, mit den Mädchen leistungsmäßig gleich zu ziehen, indem die Lehrmethoden auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Geschlechter ausgerichtet werden.
Ein untergeordneter Aspekt ist, Ablenkungen durch das andere Geschlecht in gemischten Klassen zu vermeiden. Eltern können wählen, ob sie ihre Kinder in koedukativen Klassen sehen möchten oder nicht. Es gibt also keinen Zwang. Und doch hat die ACLU im Mai d. J. mit einer nationalen Kampagne gegen das Optionsmodell begonnen, und setzt ausgesuchte Schulen unter Druck, die Angebote eingeschlechtlicher Klassen aufzugeben.
Mehrere Schulen haben sich schon dem Druck gebeugt. Die Lobby wird unterstützt durch die „American Psychological Association“, die behauptet, dass eingeschlechtliche Klassen, selbst innerhalb einer koedukativen Schule, „Gender Stereotypen“ befördern, die zu „Sexismus“ führen. Sie behaupten, sich auf umfangreiches „Datenmaterial“ und „Beweise“ stützen zu können, die ihre Ansichten untermauern. Wirklich? Wenn diese Studien den gleichen Wert haben, wie die Forschungsergebnisse über „Lesbische Elternpaare“, die von der APA als eine Art Dogma feierlich verkündet wurden, sind sie absolut untauglich.
Doug Bonney, Justitiar der ACLU für Kansas und West Missouri, hat in einem Schuldistrikt die Abschaffung eingeschlechtlicher Klassen durchsetzen können; er behauptet, dass diese „falsche Klischees über geschlechtsspezifische Unterschiede befördern, die gar nicht existieren“.
Darauf läuft es hinaus: Unterschiede der Geschlechter werden geleugnet und alle zu Homosexuellen erklärt. Auch wird versucht, geschlechtsspezifische Erziehung in öffentlichen Schulen dadurch zu diskreditieren, dass man ihre Wurzeln im „Süden“ verortet und als Widerspruch gegen die Aufhebung der Rassentrennung brandmarkt.
Nancy Levit, Jura-Professorin an der „University of Missouri“ - Kansas City, kommentierte den Sachverhalt während eines Treffens der Association of American Law Schools so: „Betrachten Sie das Thema doch einmal unter dem Aspekt der Rassenzugehörigkeit. Was würden die Leute sagen, wenn der Staat Schulen nur für Weiße oder nur für Schwarze finanzieren würde? Solange es um Fragen von Rassendiskriminierung ginge, würde jeder darin ein verfassungsmäßiges Problem sehen“.
Welch gigantischer Unsinn! Rasse und Geschlecht sind völlig unterschiedliche Dinge. Ein Bundesrichter wies im vergangenen Jahr in einer Verhandlung über getrenntgeschlechtlichen Unterricht eine Klage mit Hinblick auf die Wahlfreiheit der Eltern ab ("But isn't it just a form of segregation?" - 
The Breckinridge Ruling).
So wundert es nicht, dass der Befürworter des getrenntgeschlechtlichen Unterrichts, Dr. Leonard Sax, über solchen Unsinn ausrastet. „Die Leute sind entweder strohdumm und nicht fähig zu begreifen, was der Richter in seiner Urteilsbegründung sagt, oder sie wollen bewusst in die Irre führen“, so seine Aussage im Seattle Post-Intelligencer.
Die ACLU ist in der Tat sehr flexibel in ihrer Wertschätzung von „Bürgerrechten“.
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Photo © Seattlepi/ Jessie L. Bonner / AP
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