Gewalttätige Mädchen und ihre Eltern

Gewalttätige Mädchen und ihre Eltern
Rihanna – Ich bin ein Rockstar, keine Mutti !!! (Bild: TMZ) - Gewalttätigkeiten von Mädchen, gegeneinander oder gegen völlig Fremde, ist ein wachsendes Problem in vielen Ländern. Vor wenigen Jahren ergab eine Erhebung in den USA, dass unter 33.000 Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren, 26,7% in ernsthafte Kämpfe in der Schule oder auf der Arbeit, aber auch in Gruppenkämpfe verwickelt waren, oder jemanden mit der Absicht attackiert hatten, ihn / sie ernsthaft zu verletzen.
von Carolyn Moynihan - ins Deutsche übertragnen von Horst Niederehe
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Eine Neuseeländische Wissenschaftlerin (Danger in ignoring violence in girls) rief Eltern und Lehrer auf, sich des Problems anzunehmen, das, wie sie sagt, von uns zu unserem Schaden ignoriert wird, denn „diese jungen Mädchen sind die Mütter der nächsten Generation“ und werden den Teufelskreis der Gewalt weiterführen.
Die Sozial-Anthropologin Donna Swift hat sich zwei Jahre lang im "The Girls’ Project" engagiert, das Gewalttätigkeit und asoziales Verhalten in einer Region des Landes untersuchte. Sie ist überzeugt, dass man diese Probleme durch ausgewiesene Sozialarbeiter in der Schule angehen muss, denn wenn diese Problemmädchen der Schule verloren gehen, werden sie sich der Straße zuwenden.
Dies erfordert die Bereitstellung von Geld für Angebote, die sich an Mädchen richten, deren Gründe für Gewalttätigkeit sich von denen der Jungs unterscheiden, so Dr. Swift. Die Mehrzahl der Programme richte sich an männliche Jugendliche, die 70 % der Täter ausmachen, die polizeibekannt werden.
Dr. Swift’s Analyse der Gründe ist interessant:
Mädchen nehmen sich gern fetzige, herausfordernd sexy, aggressive Frauen zum Vorbild, wie sie in den Medien glorifiziert werden. Es gibt Wettbewerbe untereinander, um festzustellen, wer am Besten abschneidet.
Die Tendenz, dass Mädchen früher in die Pubertät kommen, schafft zusätzlichen Druck:
„Sie kann ja nicht dafür, dass ihr Körper sich so entwickelt hat. Sie ist ein Kind, das versucht, mit den Veränderungen durch die Pubertät und der Beachtung durch das andere Geschlecht zurechtzukommen. Sie haben Körper wie Erwachsene, können alles konsumieren... Sex, Drogen, Alkohol, sind getrieben vom Einfluss der Medien, aber haben immer noch die Geisteshaltung von Kindern“, so ihr Kommentar. „Sie kleiden sich wie Achtzehnjährige, sehen aus wie Achtzehnjährige, haben aber die Denkweise von Dreizehnjährigen. Sie sind eben noch Mädchen.“
Aber jetzt kommen wir zu den Ursachen:
„Diese Mädchen sagen aber auch, dass sie Zuwendung von ihren Eltern vermissen. Sie wünschen sich ein Leben mit ihren Eltern, die zeigen, dass sie ihnen wichtig sind, dass sie Interesse an ihrem Leben haben. Doch einige Eltern sind zu beschäftigt mit ihren eigenen Angelegenheiten, als dass sie gute Eltern sein könnten“, sagt Dr. Swift.
Es sieht so aus, als müssten manche Eltern ebenfalls, oder sogar zuerst an Programmen teilnehmen.
Was die Medien angeht, so fiel mir auf, dass die Website, auf der ich diesen Report fand, mit einer prominenten Anzeige den Verkauf von "The Girl With the Dragon Tattoo" auf DVD, Blu-Ray und Download bewarb.
Das Buch wurde in der New York Times als "sehr hässlich" bewertet und auf der Website des Chronicle of Higher Education war zu lesen: Was ich sah und was ich seitdem über die Buchvorlagen herausfand, war ein Gebräu sadomasochistischer Gewalt, in den meisten Fällen mit Darstellungen von Frauen in erniedrigendster Weise. Die Bücher drehen sich um Vergewaltigung, sexuelle Missbräuche, Folter und grausame Mordtaten.
Die meisten Gewaltdarstellungen zeigten Männer gegen Frauen. Doch wenn Gewalt in Büchern und in Filmen so zelebriert und von heranwachsenden Mädchen verinnerlicht wird, wie kann man sie dann noch auf Spielplätzen und Straßen stoppen?
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Links
> 1 in 4 teenage girls involved in violent behavior
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