‘Er’ und ‘Sie’ bahnen den Weg für ‘ZE’ in Oxford’s gendersensiblen Bildung

von Michael Cook - ins Deutsche übertragen von Horst >Niederehe
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Über den galoppierenden Irrsinn der Gender-Theoretiker zu berichten, wird eigentlich immer langweiliger. Doch die Nachricht, dass die Oxford University, die zu den wohl renommiertesten Universitäten der Welt zählt, ohne Bedenken die gender-neutrale Anrede geschluckt hat, ist einfach zum Lachen.

Wiederholte „falsche Anrede“ von Transgender Personen wird unter Oxford’s Benimmregeln bereits als Schikane gegenüber Transgender-Studenten gewertet. Ein Faltblatt der Studentenvertretung forderte kürzlich alle Oxonier auf, genderneutrale Anreden wie „ze“ statt „er“, oder „sie“ zu verwenden, um eben Transgender-Studenten nicht zu beleidigen, wie The Times berichtete.

Diese Aufforderung führte zu einem Sturm der Entrüstung in den Medien, sehr zum Erstaunen der Oxford University Studentenvertretung. Für sie ist extreme Behutsamkeit bei der Anrede von Personen „übliche Praxis, nicht nur in Oxford, nein überall in den studentischen- und den LGBTQ-freundlichen Gemeinden dieser Welt und deshalb ermutigen wir diese Vorgehensweise.“

Wie verschafft man sich behutsames Entgegenkommen im Umgang? Nun einfach, indem man den Menschen erklärt, wie man angeredet werden möchte.

„Wir … empfehlen, dass sich jeder in allen Veranstaltungen, wie Meetings, Workshops und Training Sessions, mit seiner präferierten Anrede vorstellt. So werden Peinlichkeiten vermieden und deutlich gemacht, dass das augenscheinliche Geschlecht keine Rückschlüsse auf das angenommene soziale Geschlecht (Gender) nahelegt und, was am wichtigsten ist, die Studenten fühlen sich wohl dabei. Es ist nur eine Kleinigkeit, die jedoch massive positive Effekte haben kann.“

Das wird sicher die Komitee-Meetings der Studentenvertretung noch langweiliger machen, als sie ohnehin schon sind. Hier ein Beispiel für eine Selbstvorstellung:

„Hullo, mein Name ist Jan Brown, ich bin gender-fluid und meine präferierten Anreden sind 'zie' für enge Freunde, 'tey' für flüchtige Bekannte, 'ver' für sozial niedriger gestellte, 'twee' für sozial höher gestellte, 've' für Familienangehörige und 'ugh' für Bürokraten. Obwohl man in Vietnam immerhin 10 Ausdrucksweisen für „ich“ kennt, gibt es Menschen, die mein wirklich einfaches System verstörend finden. Deshalb werde ich, bevor ich mit meinem Beitrag beginne, meine bevorzugten Anreden nochmals wiederholen, mit ein paar Beispielen anreichern und meine Entscheidung zu dem von mir in dieser Woche gewählten Gender erläutern.“

OK, das habe ich erfunden, doch Oxford’s Benimmregeln zum Umgang mit Transgender Studenten beinhalten in der Tat diese Perle:

Mr Simon Bates möchte künftig als Mx Si Bates, mit gender-neutralem Zie angesprochen werden. “Zie hat keinen Bezug zu Mann oder Frau. Zie ist als übergreifende Anrede genderqueer.”

Was immer man über genderneutrale Anreden denken mag, sie verkomplizieren das tägliche Miteinander und machen aus einem Geplauder unter Studenten ein Minenfeld von Brüskierungen und Schikanen.

Welche Auswirkungen wird dies auf Oxford’s herausragende Reputation haben?

Oxford bildet die Besten und Klügsten aus, die in die Fußstapfen von Sir Humphrey Applebys treten wollen. Auf Zehenspitzen durch pronominale Minenfelder zu navigieren, wird sicher ein exzellentes Trainingslager für leisetretende, pedantische und um Ausflüchte nie verlegene Bürokraten sein.

Doch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Studenten sich auf dem Prokrustes-Bett der politischen Korrektheit wiederfinden und Angst haben werden, frank und frei ihre Meinung zu äußern. Ich wünsche Zie jedenfalls viel Glück.

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Michael Cook ist Herausgeber von MercatorNet.