Befreiung oder Entrechtung? - Ein Blick auf gleichgeschlechtliche "Ehen"

Befreiung oder Entrechtung? - Ein Blick auf gleichgeschlechtliche "Ehen"
Die Legalisierung gleichgeschlechtlicher „Ehen” bedeutet, dass Kinder ohne Mutter oder ohne Vater aufwachsen. Das soll Fortschritt sein? - Gays sind keine Bürger zweiter Klasse, aber ein homosexueller Mann ist nicht einmal eine zweitklassige „Mutter“. Ein lesbisches Paar mag sich heute zu Modellbürgern zählen, aber keine der beiden kann einem Kind den „Vater“ ersetzen.
von David van Gend - aus dem Englischen übertragen von Horst Niederehe
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Der wohl gewichtigste Vorbehalt gegen „Ehen“ gleichgeschlechtlicher Partner ist deren „Elternschaft“, die nichts anderes bedeutet, als einem Kind das Recht auf die eigene Mutter oder den leiblichen Vater abzuerkennen. Bei der Debatte um gleichgeschlechtliche „Ehen“ werden ausschließlich Bedürfnisse und Ansprüche Erwachsener diskutiert, doch geht es in Wahrheit um die Rechte des Kindes. Tod eines Elternteils oder Zerbrechen der Familie sind –besonders für Kinder- tragische Ereignisse. Keine Regierung der Welt hat jedoch das Recht, per Gesetz Verhältnisse zu dekretieren, die fundamentale Rechte von Kindern missachten.
Ein Kind sollte jedenfalls prinzipiell die Chance haben, mit den leiblichen Eltern als Bezugspersonen heranzuwachsen, was in einer gleichgeschlechtlichen „Ehe“ einfach unmöglich ist. Die Verletzung dieses fundamentalen Anspruchs und gleichzeitig tiefsten emotionalen Bedürfnisses eines Kindes bedeutet, wenn man das Kindeswohl in den Blick nimmt, dass „Homo-Ehen“ Kinder entrechten. Das Eherecht umfasst, neben anderen Rechtsvorschriften, das Recht, Kinder durch Adoption oder als Pflegekinder anzunehmen. Würde der Gesetzgeber dieses Recht auch gleichgeschlechtlichen „Ehen“ zubilligen, würde die „Ehe“ zweier Frauen einem Jungen ein brauchbares Vorbild zur Entwicklung zum Mann, und die „Ehe“ zweier Männer einem heranwachsendes Mädchen das Vorbild der Mutter vorenthalten, von der sie lernt und der sie vertrauen kann.
Das sentimentale Getue in der Debatte um gleichgeschlechtliche „Ehen“ hätte selbst den alten atheistischen Philosophen Bertrand Russell angewidert.
Sentimentalisten sehen die Eheschließung als Recht auf eine romantische Zeremonie, in der die tiefe Liebesbeziehung der Partner durch die Gesellschaft bezeugt wird. Obwohl Russell’s vier Ehen ihn nicht als Experten in Ehefragen ausweisen, bringt er doch einen wichtigen Aspekt auf den Punkt. Er sieht sehr klar, dass die Gesellschaft kein Interesse daran haben kann, in das Privatleben der Bürger, ob homosexuell oder nicht, durch Gesetze einzugreifen. Der Grund für die öffentliche Eheschließung war durch alle Jahrhunderte der, Mann und Frau für die anspruchsvolle und langwierige Aufgabe der Kindererziehung vor dem Gesetz zu binden.
In seinem Buch „Ehe und Moral“ schreibt er: „Nur durch Kinder werden sexuelle Beziehungen für die Gesellschaft wichtig und deshalb wert, vom Gesetzgeber wahrgenommen zu werden.“
Aus homosexuellen Beziehungen erwachsen keine Kinder, deshalb kommt solchen Verbindungen auch im o.a. Sinne keine gesellschaftliche Bedeutung zu.
Die dreifache biologische Bindung zwischen Vater, Mutter und Kind ist die naturgegebene Voraussetzung für menschliches Leben, ebenso wie bei allen anderen Säugetieren, es ist kein sozialpolitisches Experimentierfeld, das nach Belieben umgemodelt werden könnte. Kein Parlament der Welt hat die Befugnis, Naturrecht außer Kraft zu setzen und homosexuelle Verbindungen mit der Ehe von Mann und Frau gleich zu stellen. Und doch sind ganze Parteien und einzelne Parlamentarier offensichtlich bereit zu glauben, dass der Wegfall der Beziehung zur Mutter keine negativen Auswirkungen auf die gesunde emotionale Entwicklung eines Kindes hat.
Sie liegen falsch, die Parlamentarier; jede Gesetzgebung in dieser Richtung käme moralischem Vandalismus gleich. Sie wenden sich auch gegen gemeinsame Wertevorstellungen der Bevölkerung: 86% der Australier sind überzeugt, dass Kinder am Besten in einer Familie durch die leiblichen Eltern erzogen werden, wie eine GALAXY-Befragung von 2009 ausweist.
Opposition gegen gleichgeschlechtliche „Ehen“ hat nichts Anderes, als das Wohl des Kindes im Blick; kein Gesetzgeber hat das Recht, einem Kleinkind das Heranwachsen ohne mütterliche Beziehung aufzunötigen.
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Dr. David van Gend ist Arzt und Leitungsmitglied des “Family Council of Queensland”. Dieser Beitrag wurde im “Brisbane Courier Mail” am 18. November 2010 publiziert
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